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Flüchtlingskrise : Weltbank will „Flüchtlings“-Anleihe ausgeben

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Ein Flüchtlingslager in Jordanien: Hier leben rund 80.000 Menschen. Bild: dpa

Um die Not zu lindern, will die Weltbank nun mithilfe von „Flüchtlings“-Anleihen Geld einsammeln. Die Mittel sollen auch für einen künftigen Wiederaufbau Syriens verwendet werden. Die Bank schätzt die Schäden dort auf rund 170 Milliarden US-Dollar.

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          Die Weltbank plant angesichts der Flüchtlingsströme aus Syrien ein Milliarden-Programm zur Unterstützung der Staaten in der Krisenregion. Zusammen mit der Islamischen Entwicklungsbank sollen Sonder-Anleihen aufgelegt werden, sagte Präsident Jim Yong Kim am Samstag am Rande der Jahrestagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) in der peruanischen Hauptstadt Lima.

          Spitzentreffen in Lima

          Das Geld soll für Flüchtlingshilfen und Wiederaufbau verwendet werden. „Wir müssen jetzt beginnen, in eine neue Zukunft für den Mittleren Osten und in Nordafrika zu investieren.“ Ein Weiter so wie bisher sei keine Option. Die Staatengemeinschaft sei dringend gefordert. Auch Deutschland und Europa planen zusätzliche Finanzhilfen, um vor Ort - etwa in den Flüchtlingslagern in Jordanien, Libanon und der Türkei - die Lage zu verbessern und den Flüchtlingsstrom nach Europa so einzudämmen.

          Am Rande der Jahrestagung kam es zu einem hochrangig besetzen Spitzentreffen. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon nahm daran teil. „Die Zahl der Flüchtlinge ist auf über vier Millionen Menschen gestiegen“, sagte Ban Ki-Moon. Zehn Millionen Menschen benötigten dringend humanitäre Hilfe in Syrien und den angrenzenden Staaten: „Das ist eine schreckliche Situation.“

          Ban forderte einen neuen Anlauf für einen umfassenden politischen Dialog, auch um den Druck auf Jordanien und Libanon durch immer weiter in die Länder strömende Flüchtlinge zu mindern. Die Luftschläge der internationalen Koalition hätten keinen großen Fortschritt gebracht. Und die russischen Luftschläge hätten „noch einmal viele weitere ernsthafte Probleme verursacht“.

          Weltbank-Präsident Jim Yong Kim betonte: „Nur in Syrien werden die Kosten durch die Zerstörungen des Krieges auf 170 Milliarden Dollar geschätzt“. Über 15 Millionen Menschen in der Region hätten ihre Häuser verlassen. „Es ist die größte Vetriebenenkrise seit dem Zweiten Weltkrieg“. Die internationale Gemeinschaft sei gefordert, eine dauerhafte Destabilisierung zu vermeiden. „Ein Weiter so wie bisher ist nicht länger eine Option.“

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