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Feuer in Israel : „Eine Rache Allahs“

Islamistische Hamas: Brände sind „Rache Allahs“

Das Wort von der „Feuer-Intifada“ machte kurzzeitig die Runde. Netanjahu und Innenminister Arjeh Deri sprachen sich dafür aus, den Tätern die israelische Staatsbürgerschaft zu entziehen, sollten sie eine besitzen. Und der Oberrabbiner der Stadt Safed, Schmuel Elijahu, erklärte es am Freitag auf seiner Facebook-Seite für erlaubt, die Sabbatruhe zu brechen, um Araber zu erschießen, die gerade Feuer legten.

Aufwiegler in der arabischen Welt nutzen die sozialen Medien ebenfalls, um hasserfüllte Botschaften zu verbreiten. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas interpretierte die Brände als eine „Rache Allahs“ für das von der israelischen Regierung vorbereitete Muezzin-Gesetz, das die Lautstärke der megafonverstärkten Gebetsrufe in Wohngebieten regulieren will. Der wichtigste Imam Kuweits, Mischari Raschid Al Afasi, wünschte den Feuern in einer zehntausendfach geteilten Internetbotschaft „alles Gute“.

Die palästinensische Autonomiebehörde hingegen rief zur Zusammenarbeit mit Israel auf. Sie bat die Palästinenser, bei der Bekämpfung der Feuer zu helfen. Ramallah schickte vierzig palästinensische Feuerwehrmänner und mehrere Löschfahrzeuge, nachdem Netanjahu das Hilfsangebot von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas akzeptiert hatte. Vier Löschzüge der palästinensischen Autonomiebehörde unterstützten die israelische Feuerwehr außerdem in Beit Meir. Auch Ägypten und Jordanien kündigten an, Feuerwehrleute zur Unterstützung zu schicken.

Diskussion um „Feuer-Intifada“ und Brandschutzfragen

Für Freitagabend kündigte Netanjahu die Ankunft des größten Feuerlöschflugzeugs der Welt an. Der sogenannte Supertanker sollte am Abend, von Amerika kommend, in Tel Aviv landen. Die umgebaute Boeing 747 kann 75 Tonnen Löschflüssigkeit aufnehmen und kam in Israel schon im Jahr 2010 zum Einsatz, als bei den schlimmsten Waldbränden der israelischen Geschichte zur selben Jahreszeit und ebenfalls in der nördlichen Region um Haifa insgesamt 44 Menschen ums Leben kamen.

Diskutiert wird jedoch, ob der Supertanker überhaupt noch gebraucht wird. Die Feuer im Raum Haifa sind mittlerweile weitgehend unter Kontrolle, und jene, die in anderen Teilen des Landes noch wüten, brennen auf Flächen, die kleiner sind als die, für die der Supertanker eigentlich ausgelegt ist. Beobachter vermuten auch eine politische Geste hinter der Ankunft des amerikanischen Großflugzeugs. In Israel werden bereits Flugzeuge aus Russland, Kroatien, Zypern, Griechenland, der Türkei und Italien eingesetzt.

Nachdem die meisten Einwohner Haifas mittlerweile in ihre Häuser zurückkehren durften, stellen sich neben der Diskussion um einen „Feuer-Intifada“ auch Fragen des Brandschutzes. Zwar gelten die Katastrophenschutzeinrichtungen im Vergleich zu vor sechs Jahren als verbessert. Doch sollte nach der Brandkatastrophe von 2010 auch eine 76 Meter breite Pufferzone zwischen Wäldern und Wohngebieten eingerichtet werden. Ein entsprechender Plan verharrt nach einem Bericht der Zeitung „Haaretz“ jedoch seit zwei Jahren auf den Schreibtischen des Innenministeriums.

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