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Einsatz über dem Irak : Iran bestätigt Luftangriffe auf IS-Truppen

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Im Einsatz gegen den IS: Iranische Kampfflugzeuge aufgenommen bei einer Militärparade über Teheran im Jahr 2011 Bild: dpa

Erst hatte Iran dementiert, nun bestätigt es Luftangriffe auf Stellungen des „Islamischen Staats“ - und kündigt eine Antiterrorkonferenz an. Kämpfer des IS greifen derweil nach einem strategisch wichtigen Militärflughafen in Ostsyrien.

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          Iran hat laut einem Medienbericht bestätigt, Luftangriffe gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) geflogen zu haben. Der stellvertretende Außenminister des Landes sagte der britischen Zeitung „Guardian“, sein Land habe sich zuvor mit der Regierung in Bagdad abgestimmt. Mit den Vereinigten Staaten seien die Luftschläge aber nicht koordiniert gewesen.

          In den vergangenen Tagen hatte Iran über verschiedene Kanäle die Luftschläge, von denen die ersten vor rund zwei Wochen erfolgt sein sollen, zunächst dementieren lassen. Allerdings gab es stets Zweifel an der Glaubwürdigkeit dieser Dementis. Das Land unterstützt seit Monaten irakische Schiitenmilizen, die gegen die Dschihadisten kämpfen. Seit dem Sommer hatten zudem hohe iranische Regierungsmitarbeiter mehrfach mit einer direkten Intervention Teherans für den Fall gedroht, dass Einheiten der Terrormiliz iranisches Territorium angreifen sollten.

          Iran kündigte zudem am Samstag an, eine internationale Konferenz zur Bekämpfung des „Islamischen Staats“ zu veranstalten. An der Tagung „Gemeinsam gegen Gewalt und Extremismus“ am 9. und 10. Dezember in Teheran sollen demnach Vertreter aus mehr als 40 Staaten teilnehmen. Darunter seien auch die Außenminister Syriens und des Iraks, sagte Konferenzleiter Mostafa Sahrani.

          Zugesagt hätten auch ehemalige Ministerpräsidenten und Außenminister aus Europa und dem arabischen Raum, so Sahrani. Aus Amerika würden lediglich Politikwissenschaftler erwartet.

          Kämpfe um syrischen Militärflughafen

          Der IS hat derweil damit begonnen, den strategisch wichtigen Militärflughafen Dair as Saur im Osten Syriens einzunehmen. Die Extremisten hätten das Gelände zunächst mit Granaten und Raketen beschossen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Anschließend habe sich ein Selbstmordattentäter am Eingang des Flughafens in die Luft gesprengt. Inzwischen sollen sich Teile des Geländes in der Gewalt der IS-Kämpfer befinden. 

          Bei den vor drei Tagen begonnenen Kämpfen um das Gelände sollen laut Angaben der Beobachtungsstelle bisher mindestens 111 Menschen getötet worden sein. Der Leiter der Menschenrechtsgruppe, Rami Abdel Rahman, sagte der Deutschen Presse-Agentur, IS-Kämpfer litten unter Atemproblemen. Er gehe deshalb davon aus, dass die syrische Luftwaffe die Extremisten mit Chlorgas bombardiert habe.

          Der Fliegerhorst ist die letzte Bastion der syrischen Streitkräfte in der Provinz Dair as Saur, die ansonsten fast völlig unter Kontrolle des IS steht. Das Regime nutzt den Stützpunkt, um Gebiete unter IS-Kontrolle aus der Luft anzugreifen und die eigenen Truppen zu versorgen. Der Verlust des Flughafens wäre ein schwerer Schlag für Assad. Ende August hatte der IS bereits den Militärflughafen al Tabka nahe der IS-Hochburg al Raqqa erobert.

          Schwere Gefechte im Libanon

          Heftige Kämpfe wurden auch aus dem Nordosten des Libanons gemeldet. Kämpfer der Al-Nusra-Front und des IS hätten in Arsal nahe der syrischen Grenze das libanesische Militär angegriffen, sagte ein Armeesprecher am Samstag.

          Die Al-Nusra-Front, syrischer Ableger des Terrornetzes Al Qaida, hatte am Freitagabend über Twitter mitgeteilt, sie habe einen entführten libanesischen Soldaten umgebracht. Die Nachricht trug den Titel „Wer den Preis bezahlen wird“. Sie zeigt auf einem Foto angeblich, wie das Opfer erschossen wird. In der Twitter-Mitteilung drohte die Al-Nusra-Front mit dem Tod weiterer Geiseln, sollten nicht Frauen aus der Gewalt des Militärs freikommen.

          Die libanesische Armee hatte Ende November eine ehemalige Frau des IS-Chefs Abu Bakr al Bagdadi und drei Kinder festgenommen. Nach Angaben des libanesischen Innenministers Nuhad Maschnuk ergab ein DNA-Test, dass es sich bei einem der Kinder um eine Tochter Al Bagdadis handelt. Bagdadis ehemalige Frau ist mittlerweile mit einem Al-Nusra-Anführer verheiratet. Zunächst hatte es geheißen, die Frau sei mit Bagdadi verheiratet. Der Irak hatte dem aber später widersprochen.

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