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Kampf gegen IS : Britische Tornados erstmals im Irak im Einsatz

  • Aktualisiert am

Zwei britische Tornados heben vom britischen Fliegerhorst Akrotiri auf Zypern ab Bild: dpa

Nur wenige Stunden nach der Entscheidung, sich am Krieg gegen die Terrormiliz IS zu beteiligen, sind zwei britische Flugzeuge im irakischen Kampfgebiet ihren Einsatz geflogen. Ziele seien dabei aber nicht bombardiert worden, hieß es aus London.

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          Einen Tag nach dem grünen Licht des Unterhauses hat die britische Luftwaffe am Samstag ihren ersten Einsatz im Irak gegen die Terrormiliz IS geflogen. Zwei Kampfflugzeuge des Typs Tornado seien von einem britischen Fliegerhorst auf Zypern in Richtung Irak aufgestiegen, bestätigte das Verteidigungsministerium am Samstag in London. Zuvor habe es Aufklärungsflüge gegeben.

          Es seien jedoch keine Ziele bombardiert worden, teilte das Verteidigungsministerium in London nach der Rückkehr der Flugzeuge nach Zypern mit. Stattdessen hätten die Piloten Aufklärungsmaterial mitgebracht, ds nun an die irakischen Bodentruppen weitergereicht werden soll.

          Kurdische Enklave von Mörsergranaten beschossen

          Die kurdische Enklave Kobane in Syrien wurde erstmals seit dem Vormarsch von Kämpfern des Islamischen Staates (IS) direkt mit Mörsergranaten beschossen. Dabei seien ein Mensch ums Leben gekommen und mehrere verletzt worden, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Gleichzeitig hätten Flugzeuge des von den Vereinigten Staaten geführten Anti-IS-Bündnisses erstmals Stellungen der Dschihadisten in Dörfern nahe Kobane bombardiert. Das amerikanische Zentralkommando bestätigte die Angriffe zunächst nicht.

          Die kurdische Enklave an der syrisch-türkischen Grenze war vor über einer Woche von IS-Kämpfern umzingelt worden. Bei ihrem Vormarsch hatten die Dschihadisten mehr als 60 Dörfer im Umland eingenommen. Tausende Menschen waren nach Norden in die Türkei geflohen. Die Dschihadisten stehen nach Angaben von Augenzeugen bis zu zehn Kilometern vor Kobane.

          An den amerikanischen Bombenangriffen auf den IS beteiligen sich auch Frankreich und mehrere arabische Staaten. Die Europäer fliegen ausschließlich Angriffe im Irak, die Araber konzentrieren sich auf Syrien. Nach Angaben der unabhängigen irakischen Nachrichtenseite Al-Sumaria News bombardierte die französische Luftwaffe am Samstag IS-Stellungen im westlich von Bagdad gelegenen Falludscha.

          Am Freitag hatte der irakische Präsident Fuad Masum in New York vor der Gefahr westlicher Extremisten in den Reihen von IS gewarnt. „Der Konflikt zieht Extremisten aus der ganzen Welt an. Neu ist, dass Tausende mit europäischer oder amerikanischer Staatsbürgerschaft dabei sind“, sagte Masum in der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York. Auch am dritten Tag in Folge dominierte der Kampf gegen die Extremisten die Gespräche.

          Iraks Präsident Masum verurteilte die Sunnitenmiliz IS. „Sie regieren mit Hass und Rassismus und greifen unschuldige Zivilisten an. Der IS ist eine abscheuliche terroristische Organisation“, sagte Masum. Russlands Außenminister Sergej Lawrow forderte die Einbindung der syrischen Regierung in den Kampf gegen den IS. Alle Beteiligten „sollten im selben Team spielen“, sagte Lawrow in New York. Am Samstag hatte Russland der irakischen Luftwaffe Kampfhubschrauber des Typs MI-35 geliefert. Es war nach irakischen Angaben bereits die dritte Lieferung aus Moskau.

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