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Eine Woche nach Merkel-Besuch : Bombenanschlag auf Polizeihauptquartier in Gaizantep

  • Aktualisiert am

Das Polizeihauptquartier von Gaziantep nach dem Anschlag am Sonntag. Bild: Reuters

Eine Woche nach einem Besuch von Bundeskanzlerin Merkel wurde das türkische Gaziantep Ziel eines Anschlags. Es gab zahlreiche Verletzte. In Nusaybin tötete die PKK drei Soldaten.

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          Gut eine Woche nach dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der südosttürkischen Stadt Gaziantep ist auf das dortige Polizei-Hauptquartier ein Autobomben-Anschlag verübt worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete unter Berufung auf den Gouverneur, ein Polizist sei bei der Detonation am Morgen des Maifeiertages an der Einfahrt zu dem Gebäude getötet worden. 13 Menschen seien verletzt worden, unter ihnen neun Polizisten.

          Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, nach der schweren Explosion des Sprengsatzes am Sonntag seien Schüsse zu hören gewesen. Auf Fernsehbildern waren Krankenwagen an der Einfahrt zu dem Polizei-Hauptquartier zu sehen, Trümmer lagen auf der Straße. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

          In der Türkei gelten am Sonntag wegen des Maifeiertages verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. DHA berichtete, in der südosttürkischen Stadt Adana seien die Feierlichkeiten zum Tag der Arbeit wegen einer Warnung vor einem Selbstmordanschlag abgesagt worden.

          In Istanbul haben die Behörden 1.-Mai-Demonstrationen auf dem zentralen Taksim-Platz verboten. Gewerkschaften riefen in diesem Jahr deswegen und aus Sicherheitsgründen zu einer Versammlung außerhalb des Zentrums auf. Anadolu meldete, in Istanbul stünden 15 000 Polizisten und 120 Wasserwerfer bereit. Ein dpa-Reporter berichtete, die Polizei habe im Stadtviertel Besiktas Tränengas gegen eine kleine Gruppe Demonstranten eingesetzt und einige davon festgenommen. Die Demonstranten wollten zum Taksim-Platz marschieren.

          PKK tötet drei türkische Soldaten

          Bei einem Angriff kurdischer Extremisten wurden am Sonntag im Südosten der Türkei nach Armeenangaben drei Soldaten getötet worden. 14 weitere Soldaten wurden verletzt, erklärten die Streitkräfte. Der Angriff habe sich während einer Militäraktion in der Stadt Nusaybin ereignet. Am Samstag hatte die Luftwaffe Stellungen kurdischer Extremisten in der Gegend und im Nordirak angegriffen.

          Seit dem Zusammenbruch eines zweieinhalb Jahre geltenden Waffenstillstands im vergangenen Sommer kommt es im türkischen Südosten regelmäßig zu Gefechten zwischen Armee und Rebellen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK. Dabei wurden Tausende Extremisten und Hunderte Zivilisten getötet. Die Regierung lehnt eine Rückkehr zu Verhandlungen ab. Ihr erklärtes Ziel ist die Vernichtung der auch von der EU und den Vereinigten Staaten als Terrororganisation eingestuften Gruppe.

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