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Angaben der Vereinten Nationen : Fast eine Millionen Syrer unter Belagerung

  • Aktualisiert am

Zerbombte Häuser, kaum noch Medikamente und Lebensmittel. Die humanitäre Hilfe in Syrien stockt. Bild: AFP

Nach UN-Angaben wird in Syrien die humanitäre Hilfe für knapp einer Millionen Menschen behindert. Zivilisten würden von Regierungs- und Rebellentruppen „isoliert, ausgehungert und ausgebombt“.

          In Syrien leben mittlerweile nach Angaben der Vereinten Nationen fast eine Million Menschen unter Belagerung. Nach Angaben des UN-Beauftragten für humanitäre Hilfe, Stephen O`Brien, sind Regierungstruppen für die Belagerung von rund 850.000 Menschen verantwortlich, der Rest gehe auf das Konto unterschiedlicher Rebellengruppen wie der Extremistenmiliz Islamischer Staat.

          „Zivilisten werden isoliert, ausgehungert und ausgebombt. Ihnen wird medizinische Hilfe verwehrt, damit sie aufgeben oder fliehen", sagte O'Brien am Montag vor dem UN-Sicherheitsrat.

          Der Diplomat forderte die Staatengemeinschaft abermals eindringlich auf, seine Forderung nach freiem humanitären Zugang zur Zivilbevölkerung in Syrien zu unterstützen. "Ohne klare Unterstützung eines jeden von Ihnen werden weitere rote Linien überschritten, internationales humanitäres Recht wird mit den Füßen getreten", sagte der UN-Diplomat an die Adresse der Vertreter des UN-Spitzengremiums.

          Zuvor hatte bereits der scheidende amerikanische Präsident Barack Obama ein düsteres Bild von der Lage in Syrien gezeichnet. "Ich bin nicht optimistisch mit Blick auf die kurzfristigen Aussichten", hatte Obama am Sonntag erklärt. In Syrien werde noch für einige Zeit Chaos herrschen. Nachdem sich Russland und der Iran entschlossen hätten, Syriens Machthaber Baschar al-Assad mit brutalen Luftangriffen zu unterstützen, sei nur schwer erkennbar, wie sich die "moderate Opposition" noch für längere Zeit behaupten könne.

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