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Ägyptische Justiz : Mursi zum Tode verurteilt

  • Aktualisiert am

Der ehemalige ägyptische Präsident Muhammad Mursi wurde zum Tode verurteilt. Bild: Reuters

Der ehemalige ägyptische Präsident Muhammad Mursi ist von einem Gericht in Kairo wegen Spionage zum Tode verurteilt worden. Das Urteil gegen ihn und mehr als hundert weitere Angeklagte muss allerdings noch bestätigt werden.

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          Ein Gericht in Kairo hat den ehemaligen ägyptischen Präsidenten Muhammad Mursi wegen Spionage zum Tode verurteilt. Der Islamist soll sich demnach Anfang 2011 mit der palästinensischen Hamas und der libanesischen Hizbullah verschworen haben, um einen Gefängnisausbruch zu organisieren.

          Das Urteil wurde am Samstag von dem Gericht in einer vom Fernsehen übertragenen Sitzung bekannt gegeben. Mursi hörte die Urteilsverkündung in einem Käfig im Gerichtssaal, viele der mehr als hundert weiteren Angeklagten, darunter der bekannte islamische Geistliche Jussuf al-Karadawi, wurden in Abwesenheit verurteilt. Damit es rechtswirksam werden kann, muss noch der ägyptische Mufti die Strafe bestätigen. Im Anschluss daran kann dagegen noch Berufung eingelegt werden.

          Mursi war nach dem Sturz von Machthaber Mubarak im Februar 2011 der erste demokratisch gewählte Präsident Ägyptens, im Juli 2013 wurde er vom Militär entmachtet. Nach Mursis Absetzung kam der heutige Staatschef Abd al Fattah al Sisi an die Macht. Seitdem wurden mehr als 1400 Mursi-Anhänger getötet und mehr als 15.000 weitere inhaftiert. Frühere Massenprozesse, bei denen im Schnellverfahren Hunderte Islamisten zum Tode verurteilt wurden, lösten internationale Proteste aus.

          Vor rund einem Monat schon hatte das Gericht Mursi zu 20 Jahren Gefängnis wegen Totschlags und versuchten Totschlags verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, für den Tod von Demonstranten im Dezember 2012 vor dem Präsidentenpalast verantwortlich zu sein.

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