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Dschihad : Deutsche Extremisten kämpfen in Syrien

  • Aktualisiert am

Auch Deutsche unter den Kämpfern in Syrien? Bild: dpa

Am Aufstand in Syrien beteiligen sich auch Dschihadisten aus Deutschland. Das hat Bundesinnenminister Friedrich bestätigt. Er zeigte sich besorgt, dass diese Kämpfer nach ihrer Rückkehr in Deutschland Anschläge verüben könnten.

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          Die Bundesregierung hat erstmals bestätigt, dass in Syrien auch extremistische Kämpfer aus Deutschland gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad kämpfen. „Wir wissen, dass auch Dschihadisten aus Deutschland, die wir hierzulande bereits im Visier hatten, sich in Syrien aufhalten und dort an der Seite der Rebellen kämpfen“, sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU)dem Nachrichtenportal „Spiegel Online“.

          Nach seinen Worten beobachten die Sicherheitsbehörden die Reisen von deutschen Extremisten nach Syrien „mit großer Sorge“, da es auch Aufrufe an „die im Kampf ausgebildeten Europäer“ gebe, später in ihre Heimat zurückzukehren und dort den Dschihad (Heiligen Krieg) weiterzuführen. Bisher hatte es über die Anwesenheit deutscher Dschihadisten in Syrien nur Gerüchte gegeben. Am Mittwoch hatte der Terrorismusfachmann der Europäischen Union, Gilles de Kerchove, von bis zu 500 radikalen Islamisten aus Europa berichtet, die sich den Kämpfen gegen Assad angeschlossen hätten.

          Amerika skeptisch über Chemiewaffeneinsatz

          Unterdessen mahnte der amerikanische Verteidigungsminister Chuck Hagel nach israelischen Geheimdienstangaben über einen Einsatz von Chemiewaffen in Syrien zur Vorsicht. „Verdacht  ist eine Sache, Beweise etwas anderes“, sagte Hagel am Mittwoch in Kairo. Die Frage eines möglichen Einsatzes von Chemiewaffen sei  eine „ernste Angelegenheit“. Die Beweise müssten daher sorgfältig geprüft werden, sagte Hagel. Seinen Angaben nach wurde er während seines dreitägigen Besuchs in Israel Anfang der Woche nicht über Informationen zu einem Chemiewaffeneinsatz in Syrien in Kenntnis  gesetzt.

          Der israelische Militärgeheimdienst hatte am Dienstag mit der Behauptung für Aufsehen gesorgt, die syrischen Regierungstruppen hätten in den vergangenen Monaten wiederholt Chemiewaffen, vermutlich Saringas, gegen die Aufständischen eingesetzt. „Die  zusammengezogenen Pupillen, der Schaum, der aus dem Mund kommt, und  andere Anzeichen, die wir gesehen haben, deuten darauf hin, dass tödliche chemische Waffen benutzt werden“, sagte der Leiter der Abteilung Aufklärung und Analyse, Itai Brun, auf einer  Sicherheitskonferenz in Tel Aviv.

          Der syrische Informationsminister Omran al-Sobhi bekräftigte am Mittwoch in Moskau die offizielle Haltung der Regierung, wonach sie Chemiewaffen - sofern sie denn welche besäße - nicht einsetzen  würde. Der amerikanische Präsident Barack Obama hatte in den Vergangenheit wiederholt den Einsatz von Chemiewaffen als „rote Linie“ bezeichnet, deren Verletzung eine Militärintervention rechtfertigen  würde. In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Berichte über einen Einsatz von Chemiewaffen, doch blieben stets Zweifel an der Zuverlässigkeit der Informationen.

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