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Drohnenangriff : Amerikaner bestätigen Tod von Al Qaidas Nummer zwei

  • Aktualisiert am

Bild: afp

Der frühere Sekretär Usama Bin Ladins ist bei einem Angriff im Jemen getötet worden. Nasser al Wuhaischi leitete den Ableger des Terrornetzwerks, der sich der Anschläge auf „Charlie Hebdo“ bezichtigt hatte.

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          Mit der Tötung des Vizechefs von Al Qaida ist den Vereinigten Staaten ein Schlag gegen das internationale Terrornetzwerk gelungen. Ein Sprecher der Terrorgruppe Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) bestätigte am Dienstag in einem Internetvideo, Nasser al Wahischi sei bei einem Luftangriff im Jemen ums Leben gekommen. Der weltweit gesuchte Terrorist war als Stellvertreter von Aiman al Sawahiri die Nummer zwei bei Al Qaida. Die Vereinigten Staaten hatten auf seinen Kopf eine Belohnung von zehn Millionen Dollar (8,9 Millionen Euro) ausgelobt.

          Auch die Vereinigten Staaten bestätigten seinen Tod. Es handele sich um einen größeren Schlag gegen die AQAP, sagte der Sprcher des Nationalen Sicherheitsrats, Ned Price. Viele der Terrorpläne al Wahischis seien aber von Amerika vereitelt worden.

          Als Anführer von AQAP stand al Wahischi in den vergangenen Jahren an der Spitze des mächtigstens Al-Qaida-Ablegers. Die Gruppe soll auch hinter dem Anschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ in diesem Frühjahr stecken. In Afghanistan gehörte al Wahischi einst zu den engsten Vertrauten Usama bin Ladins und arbeitete für ihn als Privatsekretär.

          In jemenitischen Medien hieß es, der Terrorist sei bereits am Freitag bei einem amerikanischen Drohnenangriff in der Küstenstadt Al Mukalla in der Provinz Hadramaut getötet worden. In der Region hat Al Qaida seine Rückzugsräume und Hochburgen. Zu al Wahischis Nachfolger als AQAP-Chef erklärte die Terrororganisation Kassim al Rimi, bisher Militärchef des Al-Qaida-Ablegers. Auf ihn haben die Vereinigten Staaten ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar ausgesetzt.

          Die amerikanischen Streitkräfte fliegen seit Jahren Drohnenangriffe auf Al-Qaida-Mitglieder im Jemen. Auch die amerikanischen Geheimdienste setzen Killerdrohnen ein, bestätigen deren Einsätze aber in der Regel nicht. Stoppen konnten die Luftangriffe Al Qaida im Jemen bisher nicht. Die Terrororganisation profitiert von den chaotischen Zuständen in dem Bürgerkriegsland.

          Der Jemen-Experte Adam Baron vom European Council on Foreign Relations sagte, mit dem neuen Anführer könnte Al Qaida im Jemen noch radikaler werden. Al Wahischi sei zwar wichtig für den Erfolg von AQAP gewesen, aber die Auswirkungen seines Todes dürften nicht überschätzt werden. Wegen des Bürgerkriegs sei die Lage für Al Qaida derzeit sehr gut.

          Schiitische Huthi-Rebellen haben große Teile des armen Landes unter ihre Kontrolle gebracht und Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi zur Flucht nach Saudi-Arabien gezwungen. Eine von Saudi-Arabien geführte Koalition bombardiert seit Ende März Huthi-Stellungen im Jemen. In Genf haben in dieser Woche unter UN-Vermittlung Gespräche über eine friedliche Lösung des Konflikts begonnen.

          Der Angriff auf al Wahischi war die zweite amerikanische Kommandoaktion auf einen weltweit gesuchten Top-Terroristen innerhalb weniger Tage. Am vergangenen Wochenende soll bei einem Angriff der Vereinigten Staaten in Libyen der Extremist Mokhtar Belmokhtar getötet worden sein, wie die internationale anerkannte Regierung Libyens am Montag meldete.

          Für den Tod Belmokhtars gibt es jedoch bislang keine Bestätigung. Eine Gruppe von Dschihadisten veröffentlichte am Dienstag im Internet die Namen von Extremisten, die bei einem amerikanischem Angriff in der libyschen Stadt Adschdabija ums Leben gekommen seien. Belmokhtar ist in der Liste des „Schura-Rates Adschdabija“ nicht aufgeführt.

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