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Palästina-Konflikt : Deutsch-israelisches Regierungstreffen abgesagt

Die Regierungskonsultationen finden planmäßig jedes Jahr statt. Bild: dpa

Israel hat die geplante Regierungskonsultation mit Deutschland abgesagt, weil Ministerpräsident Netanjahu wegen der angespannten Sicherheitslage im Land bleiben müsse. Die Gewalt in Jerusalem reißt derweil nicht ab.

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          Nachdem sich auch am Mittwoch die Lage in Israel und im Westjordanland nicht beruhigt hat, sind die für Donnerstag in Berlin geplanten deutsch-israelischen Regierungskonsultationen abgesagt worden. Darauf hätten sich beide Seiten geeinigt, hieß es am aus Regierungskreisen in Jerusalem. Ein neuer Termin für die jährlich stattfindenden Kabinettstreffen steht demnach noch nicht fest. Wegen der angespannten Sicherheitslage habe Ministerpräsident Benjamin Netanjahu entschieden, dass er in Israel bleiben müsse, hieß es weiter. Angesichts der jüngsten Welle der Gewalt wollte die israelische Regierung die Konsultationen zuvor schon auf einen Tag verkürzen.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          In der Altstadt von Jerusalem war es am Morgen zu einer weiteren Messerattacke gekommen. Eine Palästinenserin griff einen Israeli an, der daraufhin mit seiner Waffe auf sie schoss. Beide wurden verletzt. Auf derselben Straße hatte am Samstag ein Palästinenser zwei Israelis getötet. In der Nähe von Bethlehem wurde das Fahrzeug einer israelischen Frau mit Steinen beworfen. Die verletzte Fahrerin berichtete, dass Palästinenser versucht hätten, sie aus ihrem Wagen zu zerren. Wenig später eröffneten Israelis in der Nähe das Feuer auf maskierte Palästinenser am Straßenrand, die mit Steinen bewaffnet waren. Dabei wurde laut Presseberichten ein 18 Jahre alter Palästinenser verletzt.

          Seit vergangenem Donnerstag kamen bei Attentaten vier Israelis sowie drei palästinensische Angreifer ums Leben. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften wurden nach Angaben des Roten Halbmondes mehr als 500 Palästinenser verletzt.

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