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Deeskalation im Nahen Osten : Iran bereit zum Dialog mit Saudi-Arabien

  • Aktualisiert am

Iraner protestieren gegen die Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen in Saudi-Arabien Anfang Januar. Bild: AP

Der Iran hat einen ersten Schritt hin zur diplomatischen Versöhnung mit Saudi-Arabien gemacht. Ein Ende der Eiszeit wäre für den Frieden in der Region von großer Bedeutung.

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          Der Iran ist nach Angaben von Vizeaußenminister Abbas Araghchi für eine Beilegung der politischen Differenzen mit Saudi-Arabien. „Für uns ist Saudi-Arabien eines der wichtigsten Länder in der islamischen Welt und wir sind daher bereit, die Differenzen mit Riad über einen politischen Dialog auszuräumen“, sagte Araghchi nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA am Freitag.

          Die Region brauche Frieden und Stabilität statt weiterer Spannungen. Daher sei die saudische Entscheidung, die diplomatischen Beziehungen zum Iran abzubrechen, nicht klug gewesen, sagte Araghchi.

          Das sunnitische Saudi-Arabien hatte die Beziehungen zum schiitischen Iran abgebrochen, nachdem Demonstranten Anfang Januar die saudische Botschaft in Teheran gestürmt hatten. Iran unterstütze „schamlos“ den „Terrorismus“, hieß es damals von Saudischer Seite zur Begründung. Mehrere sunnitisch geführte arabische Staaten folgten Riads Beispiel. Auslöser der Proteste im Iran war die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien gewesen.

          Hilfreich für Lösung des Syrien-Konflikts

          Von 1996 bis 2005 galt zwischen den beiden Ländern ein bilaterales Sicherheitsabkommen. Die diplomatischen Beziehungen waren damals so gut wie seit der Zeit vor der Iranischen Revolution 1979 nicht mehr. Nach dem Ende des Abkommens hatten sich die Beziehungen wieder verschlechtert.

          Seit Januar versuchen mehrere Länder abermals zwischen den beiden verfeindeten Regionalmächten zu vermitteln. Besonders in Syrien könnten Teheran und Riad eine wichtige Rolle bei der Beilegung des Konflikts spielen. Dort unterstützt der Iran den Präsidenten Baschar al-Assad, die Saudis die gegen Assad kämpfenden Rebellen. Beide wollen offiziell ein Ende des Konflikts über einen Dialog der syrischen Konfliktparteien.

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