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Bürgerkrieg in Syrien : Homs als Symbol

Aus der syrischen Rebellenhochburg Homs sind die letzten Kämpfer abgezogen. Das zeigt, wie gut es für Präsident Baschar al Assad läuft. Der Bürgerkrieg ist deshalb jedoch noch nicht zu Ende.

          Militärisch ist der Abzug der letzten Rebellen aus der Altstadt von Homs bedeutungslos. Er hat aber eine hohe Symbolkraft.

          Begonnen hatten die Proteste gegen das Regime von Präsident Assad in den verarmten Randbezirken von Syriens Provinzstädten. In der heute völlig zerstörten Altstadt von Homs kulminierten sie aber in dem Versuch einer Revolution. Sie ist gescheitert, ein Symbol dafür ist der Abzug der 1200 letzten bewaffneten Kämpfer. Der Staat hat ohnehin längst die Kontrolle über nahezu alle anderen Stadtteile von Homs, die weitgehend unversehrt geblieben sind, zurückgewonnen.

          Für Assad läuft es also gut: Militärisch macht er von Monat zu Monat kleine Geländegewinne, und im Juni soll ihn die Präsidentenwahl mit einer neuen Legitimation ausstatten. Eine Illusion wäre es, anzunehmen, dass der seit mehr als drei Jahren an dauernde Bürgerkrieg damit an sein Ende gelangte. Denn militärisch kann die Armee nicht das ganze Land zurückerobern, und mit der Wahl im Juni schließt Assad die Tür zu einer politischen Lösung, die auch die Opposition und die bewaffneten Rebellen einbinden müsste.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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