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Bürgerkrieg in Libyen : Libysche Armee drängt Regimegegner zurück

  • Aktualisiert am

Explosion nach einem Luftangriff libyscher Kampfflugzeuge auf einen Kontrollposten der Rebellen nahe der Stadt Ras Lanouf. Bild: dapd

Gaddafi-treue Truppen haben die Regimegegner am Montag in Richtung Osten zurückgedrängt. Nato-Generalsekretär Rasmussen sagte, die internationale Gemeinschaft werde dem Bürgerkrieg „nicht tatenlos zusehen“. Allerdings habe die Allianz im Augenblick keine Absicht, militärisch einzugreifen.

          Während in Libyen auch am Montag weiter heftige Gefechte tobten, hat Nato-Generalsekretär Rasmussen in Brüssel gesagt, er könne sich nicht vorstellen, dass die UN und die Staatengemeinschaft untätig zusehen würden, sollte Gaddafi weiterhin systematisch sein Volk angreifen lassen.

          Zugleich bekräftigte er, dass die Allianz im Augenblick keine Absicht habe, militärisch in Libyen einzugreifen. Die Lage in dem Land stelle keine unmittelbare Bedrohung für die Nato oder ihre Verbündeten dar. Rasmussen wiederholte, dass die Allianz weiter für einen möglichen Einsatz plane, um für jede Situation vorbereitet zu sein, ohne UN-Mandat allerdings nicht tätig werden würde.

          Zuvor waren Details der amerikanischen Planungen für ein mögliches Eingreifen in den Konflikt bekannt geworden. Die Zeitung „New York Times“ berichtete unter Berufung auf ungenannte Regierungsmitarbeiter in ihrer Montagsausgabe, es werde etwa der Einsatz von Flugzeugen im internationalen Luftraum vorbereitet, mit denen die Funkkommunikation in Libyen gestört werden könne. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Musa, sprach sich nach Angaben des französischen Außenministeriums abermals für die Einrichtung einer Flugverbotszone aus, worauf auch die Rebellen dringen.

          Der amerikanische Hubschrauberträger „USS Kearsarge” (Archivaufnahme)

          Unterdessen haben Gaddafi-treue Truppen die Regimegegner in Richtung Osten zurückgedrängt. Am Montag rückten Regierungstruppen auf den Ölhafen Ras Lanuf vor, aus dem sie vor wenigen Tagen vertrieben worden waren. Auch in der Nähe der Hauptstadt Tripolis griffen Gaddafis Truppen die Aufständischen an. Die Luftwaffe flog nach Agenturberichten in Ras Lanuf Angriffe, um den Vormarsch zu unterstützen. Auch Kampfhubschrauber und Panzer kamen zum Einsatz. Die Rebellen, die nach wie vor weite Teile des libyschen Ostens kontrollieren, leisteten erbitterten Widerstand. Die Aufständischen zogen sich nach eigenen Angaben aus dem Ort Bin Dschawad zurück, der rund 160 Kilometer östlich von Sirte liegt, der Hochburg Gaddafis und seines Stammes.

          Heftige Kämpfe gab es in Misrata, der größten Stadt, welche die Rebellen außerhalb ihrer Bastionen im Osten kontrollieren. Die Aufständischen meldeten, der jüngste Angriff der Armee sei zurückgeschlagen worden. Sie verbreiteten Fernsehbilder von einer Siegesfeier im Zentrum der Stadt. Ein Sprecher sagte, die Soldaten Gaddafis würden sich außerhalb der Stadt für einen neuen Angriff sammeln. Ein Regierungssprecher sagte in Tripolis, es habe sich nur um einen taktischen Rückzug gehandelt, um unnötiges Blutvergießen zu verhindern.

          Der Sender BBC meldete unter Berufung auf die Angaben eines örtlichen Arztes, es seien mehr als 20 Personen getötet worden. Die Deutsche Presse-Agentur zitierte einen Rebellen-Sprecher mit den Angaben, mehr als 40 Personen seien getötet worden, unter ihnen 24 Soldaten und Söldner Gaddafis sowie 17 Aufständische und ein zwei Jahre altes Mädchen. Dem Sender Al Dschazira sagte ein Rebellen-Sprecher, bei den Kämpfen seien 14 Soldaten der Chamis-Brigade gefangen genommen worden, einer Elite-Einheit, die vom Gaddafi-Sohn Chamis befehligt wird.

          Kurzer Auftritt Gaddafis

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