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Bombardement von Aleppo : UN-Generalsekretär geißelt Kriegsverbrechen in Syrien

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Von wegen nur Präzisionswaffen: Bilder wie dieses zeigen die gewaltige Zerstörung im umkämpften Aleppo. Bild: AP

Wenige Tage nach Ende der Waffenruhe sind die Kämpfe in Aleppo erbitterter als je zuvor. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon prangert Kriegsverbrechen an, die Vereinigten Staaten machen Russland schwerste Vorwürfe.

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          Der Abwurf von sogenannten bunkerbrechenden Bomben auf Aleppo ist nach Worten von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon nichts anderes als „Barbarei“. Ban sagte am Sonntag in New York: „Wir dürfen nicht vergessen, dass Krankenhäuser und Schulen wegen der Kämpfe nur noch im Keller arbeiten können. Diese Bomben sprengen nicht Bunker, sie vernichten Menschen, die nach dem letzten noch verbliebenen Zufluchtsort suchen.“ Das internationale Recht lasse keine Zweifel zu, wiederholte Ban in einer Erklärung am UN-Hauptsitz: „Der systematische Einsatz von weitreichenden Waffen in dicht besiedelten Gebieten ist ein Kriegsverbrechen.“ Wie lange wollten Regierungen, die Einfluss auf das Chaos haben, derartige Verbrechen noch erlauben, fragte Ban am Rande einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates zu Aleppo. Er appelliere an alle Betroffenen, „den Alptraum zu beenden.“

          Zuvor hatte Bans Sonderbeauftragter für den Syrien-Konflikt, Staffan de Mistura, an die Vereinigten Staaten und Russland appelliert, das gebrochene Waffenstillstandsabkommen zu retten. Er sehe noch einen Funken Hoffnung zur Rückkehr zu der Vereinbarung, sagte de Mistura vor dem Sicherheitsrat. „Als naiver UN-Vertreter hoffe ich, daran glauben zu dürfe, dass ihre Zusagen (zur Waffenruhe) ernst gemeint waren“, sagte de Mistura mit Blick auf Moskau und Washington.

          Die Vereinigten Staaten äußerten bei der Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats harsche Kritik an Russland. Moskau unterstütze „ein mörderisches Regime“ in Syrien, sagte die  amerikanische Botschafterin Samantha Power bei der Sitzung in New York. Es missbrauche sein Privileg, als ständiges Sicherheitsratsmitglied über ein Vetorecht zu verfügen. Russland betreibe in Aleppo „keinen Anti-Terror-Kampf, sondern Barbarei“. Auch der britische Außenminister Boris Johnson warf Russland vor, den Krieg zu verlängern. Es müsse untersucht werden, ob die Bombardierung von Aleppo ein Kriegsverbrechen darstelle.

          Schwerste Luftangriffe seit Beginn des Bürgerkriegs

          Nach einer kurzen Unterbrechung hat das syrische Regime seine Luftangriffe auf Rebellengebiete in der Stadt Aleppo fortgesetzt. Das berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag. Seit dem Zusammenbruch der Waffenruhe vor einer Woche wurden mehr als 180 Menschen getötet. Nach UN-Angaben handelte es sich um die schwersten Luftangriffe seit Beginn des Bürgerkrieges 2011.

          Bergung von Bombenopfern: Rettungskräfte in Aleppo

          Bilder aus Aleppo von Einschlägen zeigen Krater, die mehrere Meter tief sind. „Die meisten Opfer liegen noch unter Trümmern begraben, weil mehr als die Hälfte des Zivilschutzes außer Gefecht gesetzt wurde“, sagte ein Rebellensprecher. Im Ostteil der Stadt sollen sich mehr als 250.000 Menschen aufhalten. Der Chef der sogenannten Weißhelme, Ammar al-Selmo, sagte Reuters: „Unsere Teams versuchen zu helfen, aber es sind nicht genug, um auf eine Katastrophe solchen Ausmaßes angemessen zu reagieren.“

          Die Türkei verurteilte die schweren Luftangriffe auf Aleppo ebenfalls scharf warf dem syrischen Regime Kriegsverbrechen an der eigenen Bevölkerung vor. Das türkische Außenministerium teilte am Sonntag mit, die Angriffe während der internationalen Bemühungen um eine Waffenruhe „zeigen ein weiteres Mal, dass das Regime und seine Unterstützer keine politische Lösung beabsichtigen“. Die Bombardements unter anderem auf Krankenhäuser „sind nicht nur Kriegsverbrechen, sondern auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.

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