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Wegen Kampf um Kobane : Lévy stellt Nato-Mitgliedschaft der Türkei in Frage

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Bernard-Henri Lévy: Ankara versteckt sich hinter „jurstischen Haarspaltereien“ Bild: AFP

Der französischer Philosoph Bernard-Henri Lévy hat die Türkei für ihre Untätigkeit im Kampf um die syrische Stadt Kobane scharf kritisiert. „Wenn Kobane fällt, wird die türkische Regierung dafür direkt verantwortlich gemacht werden müssen“, schreibt Lévy in einem Gastbeitrag für mehrere Zeitungen.

          Der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy hat die Mitgliedschaft der Türkei in der Nato in Frage gestellt, sollte die syrische Kurdenstadt Kobane fallen. „Die Position der Türkei würde problematisch, wenn sie Kobane fallen ließe“, sagte Lévy der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag. Dies müsse den türkischen Behörden „in den kommenden Stunden“ übermittelt werden.

          Die Dschihadisten der Gruppe „Islamischer Staat“ (IS) kämpften sich „Stunde um Stunde, Straße um Straße“ vor, warnte Lévy, dessen Gastbeitrag „Letzter Aufruf für Kobane“ am Montag in der Zeitung „Libération“ und sieben weiteren europäischen und amerikanischen Zeitungen erscheint. „Die letzte Lösung ist entweder die Intervention der türkischen Armee im Rahmen ihrer Mitgliedschaft in der Nato und/oder das Durchlassen tausender kurdischer Kämpfer, die an der Grenze feststecken, obwohl sie freiwillig die Stadt verteidigen wollen.“

          Die Türkei bewege sich jedoch nicht, kritisierte Lévy. Ankara verstecke sich hinter „jurstischen Haarspaltereien“ und warte auf den Fall Kobanes. „Wenn Kobane fällt, wird die türkische Regierung dafür direkt verantwortlich gemacht werden müssen“, fügte er hinzu. Die Türkei sei der „östliche Pfeiler“ der Nato. „Das ist die Stunde der Wahrheit für ihre Präsenz in der Nato“, sagte Lévy weiter.

          Am Sonntag kontrollierte der IS nach wie vor etwa 40 Prozent der Kurdenhochburg an der Grenze zur Türkei, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte. Um die Schlacht für sich zu entscheiden, habe der IS Kämpfer aus den Provinzen Rakka und Aleppo abgezogen und nach Kobane beordert.

          Die auf Arabisch Ain al-Arab genannte Stadt wird seit fast einem Monat von den IS-Extremisten belagert. Seit einer Woche liefern sich Dschihadisten und kurdische Einheiten erbitterte Straßenkämpfe. Unterstützt werden die Kurden durch eine von den Vereinigten Staaten angeführte Militärallianz, die auch Wochenende neue Luftangriffe auf IS-Stellungen flog.

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