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Berichte über weitere Massaker : „Erste Beobachter noch diese Woche nach Syrien“

  • Aktualisiert am

Soldaten oder Deserteure? Dieses Bild wurde angeblich in den Straßen von Daraa aufgenommen. Bild: dapd

In dieser Woche sollen Beobachter der Arabischen Liga, deren Entsendung Syrien am Montag zugestimmt hat, in das Land reisen. Bei neuen Vorfällen sollen am Dienstag hundert Deserteure getötet oder verletzt worden sein.

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          Auch wenn inzwischen vereinzelt Journalisten ins Land gelassen wurden, ist es immer noch schwierig zu erfassen, was in dem Land vor sich geht. Die Soldaten auf unserem Bild, das angeblich in den Straßen der nordsyrischen Stadt Daraa aufgenommen und am Montagabend auf einem Internetportal erschienen ist, zeigt Soldaten - ob sie zur syrischen Armee gehören oder desertiert sind, ist unklar.

          Schon diese Woche sollen erste Beobachter der Arabischen Liga, deren Entsendung Syrien am Montag nach langem Hin und Her zugestimmt hat, in das Land reisen. Das teilte die Organisation am Dienstag in Kairo mit. Dem Team sollen Beobachter für Sicherheit, Recht und Verwaltung angehören.

          Später sollen Experten für Menschenrechte folgen. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil Elarabi, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er könne mit einiger Sicherheit, wenn auch nicht mit Bestimmtheit sagen, dass bis Ende kommender Woche alle Beobachter in Syrien sein werden.

          Hundert neue Getötete?

          Nach Angaben von Aktivisten geht die syrische Führung weiter mit aller Härte gegen Soldaten vor, die zur Protestbewegung überlaufen. Bei neuen Vorfällen seien in der Provinz Idlib am Dienstag rund hundert Deserteure getötet oder verletzt worden, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London. Im Sommer hatte sich ein Verbund von Deserteuren der syrischen Armee gegründet, der mit dem oppositionellen syrischen Nationalrat zusammenarbeitet. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind seit März mindestens 5000 Menschen getötet worden.

          Auch meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Dienstag, die Lieferung von Waffen, mit denen „terroristische Taten“ begangen würden, könne einem neuen Gesetz zufolge mit dem Tode bestraft werden. Demnach stehen auf Waffenhandel und -schmuggel Haftstrafen zwischen 15 Jahren und lebenslang. Wer wissentlich oder vorsätzlich Waffen an die Rebellen liefert, soll dagegen künftig zum Tode verurteilt werden.

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