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Berichte über Massaker an Sicherheitskräften : Viele Dutzend Tote in Syrien

  • Aktualisiert am

Protest in der Provinz Idlib am 2. Juni (Video-Screenshot aus dem Portal YouTube) Bild: AFP

Syrien steht offenbar vor einer neuen Eskalation der Gewalt: In der seit Tagen umkämpften Stadt Dschisr al Schughur nahe der türkischen Grenze sind nach einem Bericht des syrischen Staatsfernsehens viele Dutzend Polizisten und Soldaten getötet worden.

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          Bei Unruhen im Nordwesten Syriens sind nach Angaben des Assad-Regimes am Montag mindestens 80 Soldaten und Polizisten getötet worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete weiter, Regimegegner hätten zudem die Leichen ihrer Opfer geschändet. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es nicht.

          Nach Berichten des Staatsfernsehens kamen in Dschisr al-Schogur in der nordwestlichen Provinz Idlib allein 37 Sicherheitskräfte ums Leben, als Aufständische ein Regierungsgebäude mit Granaten und Maschinengewehren angriffen. 20 Polizisten starben den Berichten zufolge in einem Hinterhalt, in den sie mit ihrem Fahrzeugkonvoi geraten seien. Dutzende weitere Sicherheitskräfte sollen bei Kämpfen in der Ortschaft Dschisr al-Schogur getötet worden sein, darunter acht Wachmänner bei einem Anschlag auf ein Postgebäude. „Terroristen und Verbrecher“ hätten Teile der Ortschaft unter ihre Kontrolle gebracht, hieß es.

          Das Innenministerium in Damaskus kündigte am Montag eine entschiedene und kraftvolle Reaktion auf derartige Angriffe an. Die bewaffneten Gruppen hätten Polizei- und Sicherheitskräfte angegriffen, das Postamt gesprengt, Behördengebäude in Brand gesteckt und Leichen verstümmelt. Für den Bericht gab es keine Bestätigung von unabhängiger Seite.

          Die Regierung von Präsident Bashar al Assad hat in der Vergangenheit mehrfach Ausländer und aus dem Ausland nach Syrien eingesickerte „Terroristen“ für die Unruhen im Land verantwortlich gemacht. In Dschisr al-Schogur hatte es in den vergangenen Tagen Proteste von Regimegegnern gegeben, die blutig niedergeschlagen worden waren. Auch am Montag gingen die Demonstrationen in mehreren syrischen Städten weiter. Erneut forderten die Menschen unter anderem in Talbisa und Hama den Rücktritt Assads. In Hama dauerte nach Angaben der Opposition ein Generalstreik bereits den dritten Tag in Folge an.

          Sicherheitskräfte gehen seit mehreren Tagen gegen die Protestbewegung in Dschisr al Schughur vor. Menschenrechtsgruppen haben berichtet, seit Samstag seien mindestens 35 Menschen getötet worden. Seit März sind nach Angaben von Menschenrechtsgruppen in Syrien mehr als 1.200 Menschen beim harten Vorgehen der Regierung gegen die Protestbewegung getötet worden.

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