https://www.faz.net/-gq5-731ps

Benghasi : Libyer stürmen Lager islamistischer Milizen

  • Aktualisiert am

Rund 20.000 Menschen demonstrierten in Benghasi gegen die islamistischen Milizen. Bild: dapd

Hunderte Libyer haben in Benghasi mehrere Lager islamistischer Milizen gestürmt, die hinter dem tödlichen Angriff auf das amerikanische Konsulat stecken sollen. Zuvor hatten Tausende gegen Gewalt und Extremismus demonstriert.

          1 Min.

          In der ostlibyschen Hafenstadt Benghasi haben Bewohner in der Nacht zum Samstag mehrere Lager islamistischer Milizen gestürmt. Nach Berichten des arabischen Nachrichtensenders Al Dschasira wurden bei Schusswechseln mindestens drei Menschen getötet und 20 weitere verletzt. Am Freitagnachmittag hatten sich bereits rund 20.000 Menschen an einer Demonstration gegen Gewalt und die bewaffneten Islamisten beteiligt. Zehn Tage zuvor waren bei einem Angriff auf das amerikanische Konsulat in der Stadt der amerikanische Botschafter und drei weitere amerikanische Bürger getötet worden.

          Mit Rufen wie „Libyen, Libyen“ oder „Nein zu Milizen“ stürmten den Berichten zufolge Hunderte aufgebrachte Bürger das Hauptquartier der Ansar al-Scharia-Miliz, die an der Attacke auf das amerikanische Konsulat beteiligt gewesen sein soll. Die zum Teil mit Schwertern und Fleischerbeilen bewaffneten Demonstranten hätten die Kämpfer aufgefordert, ihre Waffen niederzulegen, und sie aus dem Lager vertrieben. Auf Fernsehbildern waren brennende Gebäude und Fahrzeuge zu sehen. „Nach dem, was im amerikanischen Konsulat geschehen ist, haben wir genug von den Extremisten“, sagte ein Demonstrant laut Al-Dschasira.

          Hunderte Regierungsanhänger haben am Freitag das Hauptquartier einer Islamistengruppe gestürmt.

          Als die Menge ein weiteres Milizen-Lager in der Stadt stürmen wollte, sei sie von Kämpfern aus Maschinengewehren beschossen worden. Mehrere Angreifer seien verletzt worden. Wie es unter Berufung auf Krankenhausangaben hieß, kamen insgesamt drei Menschen ums Leben.

          Der Ansar al-Scharia-Miliz werden Verbindungen zum Terrornetz Al Qaida nachgesagt. Schon kurz nach dem Angriff auf das amerikanische Konsulat in Bengasi, bei dem in der Nacht zum Mittwoch vergangener Woche amerikanische Botschafter Chris Stevens und drei weitere Amerikaner getötet wurden, war die Gruppe als möglicher Drahtzieher genannt worden. Die Kommandeure der Miliz bestreiten allerdings jede Beteiligung an dem Angriff.

          Die Demonstranten, die die Milizenlager stürmten, waren teils schwer bewaffnet.

          Topmeldungen

          Cornelia Koppetsch im Oktober 2019 auf der Frankfurter Buchmesse

          Plagiate bei Soziologin : Disziplinarverfahren gegen Cornelia Koppetsch

          Sie habe „rücksichtslos“ gehandelt, die gute wissenschaftliche Praxis sei gravierend missachtet worden: Eine interne Untersuchungskommission der TU Darmstadt findet deutliche Worte zu den Plagiaten ihrer Soziologin Cornelia Koppetsch.
          Blick auf London: Ein Mann überquert die Waterloo Bridge

          Großbritannien : Corona-Krise kostet 730.000 Arbeitsplätze

          Die Pandemie hinterlässt auf dem britischen Arbeitsmarkt tiefe Spuren. Neun Millionen Menschen wurden in Zwangsurlaub geschickt. Im Oktober laufen die staatlichen Hilfsprogramme aus.
          Nachts auf dem Opernplatz: Außer Rechtsextremismus wird der Polizei von einzelnen Gruppen der Gesellschaft zunehmend auch Racial Profiling vorgeworfen.

          Polizei in Hessen : „Wir decken keine Straftäter“

          Rassismus-Vorwürfe, Drohschreiben NSU 2.0 und gewalttätige Mobs: Warum es die Polizei in Hessen derzeit nicht einfach hat. Ein Gastkommentar vom Landesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.