https://www.faz.net/-gq5-73rtv

Beirut : Krawalle bei Trauerfeier

  • Aktualisiert am

Anhänger des vom Westen unterstützten 14.-März-Bündnisses in Beirut Bild: dapd

Am Rande der Trauerfeier für den ermordeten libanesischen Geheimdienstchefs Hassan ist es zu Ausschreitungen gekommen. Frankreichs Außenminister Fabius bezeichnete eine Beteiligung Syriens an dem Anschlag als wahrscheinlich.

          2 Min.

          Bei der Trauerfeier für den libanesischen Polizeioffizier Wissam al Hassan ist es am Sonntag in Beirut zu gewaltsamen Zusammenstößen gekommen. Anhänger des vom Westen unterstützten 14.-März-Bündnisses versuchten, den Sitz Ministerpräsident Nadschib Miqatis zu stürmen. Sie forderten dessen Rücktritt, wurden aber von Sicherheitskräften mit Wasserwerfern, Tränengas und Warnschüssen zurückgedrängt. Auch im nordlibanesischen Tripoli und der Heimatgemeinde Hassans im nordlibanesischen Akkar kam es zu Ausschreitungen.

          An der Trauerfeier für den am Freitag bei einem Autobombenanschlag getöteten Leiter des Geheimdienstes der Internen Sicherheitskräfte (ISF) nahmen Tausende Menschen teil. Miqati hatte am Samstag seinen Rücktritt angeboten, Präsident Michel Suleiman lehnte diesen aber ab. Der französische Außenminister Laurent Fabius bezeichnete eine syrische Beteiligung an dem Anschlag auf Hassan am Sonntag als „wahrscheinlich“. Zuvor hatten bereits libanesische Politiker den syrischen Präsidenten Baschar al Assad für den Anschlag auf Hassan verantwortlich gemacht, der unter anderem die Ermittlungen gegen Assads Berater Michel Samaha geleitet hatte.

          Fabius: Hizbullah am Syrien-Krieg beteiligt

          Der frühere libanesische Innenminister war im August wegen des Schmuggels von Sprengstoff zur Durchführung von Sprengstoffanschlägen verhaftet worden. Auch die Ermittlungen zur Aufklärung des Mordes an Libanons früherem Ministerpräsidenten Rafiq Hariri im Februar 2005 unterstanden Samaha. Das UN-Sondertribunal für den Libanon (STL) in Den Haag hat Angehörige der mit Assad verbündeten Hizbullah Generalsekretär Hassan Nasrallahs angeklagt; der Prozess soll kommendes Frühjahr beginnen.

          Fabius beschuldigte die Hizbullah am Sonntag zudem, am Syrien-Konflikt beteiligt zu sein. Syriens Präsident Baschar al Assad ist am Sonntag in Damaskus mit Lakhdar Brahimi, dem Syrien-Sondergesandten von Vereinten Nationen und Arabischer Liga, zusammengekommen. Sowohl Regierung wie Opposition müssten eine „einseitige Entscheidung für einen Stopp der Gewalt treffen“ und einen Waffenstillstand „ab heute oder morgen“ respektieren, sagte Brahimi nach dem Treffen vor Journalisten. Er rief beide Konfliktparteien dazu auf, einer Waffenruhe während des anstehenden islamischen Opferfestes Eid al Adha zuzustimmen. Brahimi hatte vor seinem Treffen mit Assad Jordanien, den Libanon, Irak, Iran, Ägypten und die Türkei besucht, um für Zustimmung zu einem Waffenstillstand zu werben.

          Im christlichen Viertel von Damaskus sind am Sonntag zehn Menschen bei einem Bombenanschlag getötet worden. Die durch eine in einem Auto platzierte Bombe verursachte Explosion ereignete sich nahe einer Polizeiwache, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP. Es war der erste Anschlag im christlichen Viertel Bab Tuma, an dessen Rändern es Anfang August erstmals seit Beginn des Aufstands gegen Assad im März 2011 Kämpfe gegeben hatte,. Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA) haben zu dem Gebiet bislang offenbar keinen Zugang.

          Topmeldungen

          Heftige Explosion in Beirut : Eine Stadt steht unter Schock

          Eine gewaltige Explosion in Beirut fordert zahlreiche Menschenleben, mehr als 2750 Personen werden verletzt. Auslöser der Detonation war eine enorme Menge Ammoniumnitrat, die ohne Vorsichtsmaßnahmen in einem Hafenlager aufbewahrt wurde.
          SPD-Politiker Kevin Kühnert

          SPD-Führung : Kühnert auf dem Weg

          Kevin Kühnerts Ziel, der Bundestag, ist der beste Weg, um die SPD-Führung weiter rutschen zu lassen. In wessen Richtung? Dumme Frage.
          Noch eine reine Idylle, soll sie bald für den nächsten „Mission: Impossible“-Teil von Tom Cruise in die Luft gesprengt werden: Die majestätisch in dreißig Metern Höhe über den Bober schwingende Stahlfachwerkbrücke des Ingenieurs Otto Intze von 1905.

          Cruise bedroht Brücke : Was die Wehrmacht nicht schaffte

          Mission: Unmöglich! Tom Cruise will für seinen neuen Film eines der schönsten Brückenmonumente Polens sprengen. Wenn er damit durchkommt, wäre das ein Skandal.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.