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Nach Explosion in Jerusalem : Netanjahu will Täter zur Verantwortung ziehen

Die Polizei prüft, ob einer der Schwerverletzten möglicherweise ein Selbstmordattentäter war. Bild: AFP

Bei einem Terroranschlag auf einen Bus in Jerusalem sind mehr als 20 Menschen verletzt worden, davon mehrere schwer. Nach Angaben der Polizei ist die Ursache für den Vorfall eine Bombe im hinteren Teil eines Busses gewesen.

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          In Jerusalem ist am Montag ein Sprengstoffattentat auf einen Linienbus verübt worden. „Es handelt sich ohne Zweifel um einen Terroranschlag“, sagte ein Polizeisprecher im israelischen Fernsehen. Das durch die Explosion im hinteren Teil des Busses entfachte Feuer setzte einen zweiten Bus und ein Privatfahrzeug in Brand.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Dabei wurden mehr als 20 Personen verletzt, davon mehrere schwer. Ermittler überprüften, ob einer der Schwerverletzten möglicherweise ein Selbstmordattentäter war. Die Bilder der brennenden Busse erinnerten viele Israelis an die zweite Intifada, während der nach der Jahrtausendwende palästinensische Terroristen zahlreiche Selbstmordanschläge auf Busse verübten. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte an, dass die Täter und ihre Hintermänner zur Verantwortung gezogen würden.

          Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) verurteilte den Anschlag auf unschuldige Zivilisten aufs Schärfste. „Beide Seiten müssen endlich zu einer Deeskalation finden und die politisch Verantwortlichen alles in ihrer Macht stehende tun, um dem Hass in den Köpfen entgegen zu treten“, sagte Steinmeier laut Auswärtigem Amt. „Es braucht konkrete Schritte, die einen friedlichen Dialog wieder möglich machen und eine klare Absage an die Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung.“

          Zuletzt hatten im vergangenen Herbst zwei Palästinenser in Jerusalem Passagiere in einem Bus mit Messern angegriffen und drei Israelis getötet. Die jüngste Welle der Gewalt war zuvort fast vollständig abgeebbt. Am Montag hatte sich vor dem Anschlag in Jerusalem die Aufmerksamkeit in Israel auf die Hamas im Gazastreifen gerichtet. Zum ersten Mal nach dem Krieg im Sommer 2014 entdeckte die israelische Armee einen neuen Tunnel, der aus dem Gazastreifen nach Israel führte. Der unterirdische Gang sei mit großem Aufwand gegraben worden, um Israel anzugreifen, teilte die Armee am Montag mit.

          Laut Pressberichten verlief er in 30 Meter Tiefe in einem Zickzack-Kurs und reichte mehrere Dutzend Meter weit unter israelisches Gebiet. Bei der Entdeckung kam demnach eine neuentwickelte Technologie zum Einsatz. Während des Kriegs 2014 entdeckte die Armee mehr als 30 solcher Tunnel und machte sie unschädlich. Seitdem begann die Hamas offenbar, wieder neue Gänge zu graben.  Seit Jahresbeginn kamen dabei mehr als ein Dutzend Hamas-Mitglieder um.

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