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Aufnahme syrischer Flüchtlinge in Deutschland : Auf der Flucht

In Sicherheit: Syrische Familie aus Aleppo im türkischen Flüchtlingscamp Gaziantep Bild: dpa

Während die deutschen Innenminister noch darüber diskutieren, ob das Land weitere 10.000 syrische Flüchtlinge aufnehmen kann, wird das Leid in Syrien immer größer. Wahrlich kein Grund zur Selbstzufriedenheit!

          1 Min.

          Welche Tragödie, welches Elend! Weit mehr als zwei Millionen Syrer haben mittlerweile vor der Brutalität des Assad-Regimes oder dem Terror der oppositionellen Islamisten in den Nachbarländern Jordanien, Libanon und Türkei Schutz gesucht. Nun schickt sich die Bundesrepublik an, weitere zehntausend Flüchtlinge aufzunehmen.

          Ein Grund zu Selbstzufriedenheit oder gar Selbstgerechtigkeit ist das nicht, auch wenn die Versuchung groß ist, mit dem Finger auf europäische Länder zu zeigen, in denen syrische Flüchtlinge auf Parkplätzen ausgesetzt (Italien) oder erst gar nicht aufgenommen werden (Großbritannien).

          Denn es ist vor allem die Hilfsbereitschaft der hier lebenden Syrer, die es ihren Verwandten ermöglicht, im Rahmen eines neuerlichen Kontingents in Deutschland ein Obdach zu finden. An den Fluchtursachen ändert das humanitäre Engagement hierzulande freilich nichts; auch nicht an dem Elend der Millionen, die keine Chance haben, nach Westeuropa zu gelangen. Ihnen muss dort geholfen werden, wo sie sind. Und das weitaus stärker als bisher.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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