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Eskalation im Nahen Osten : Auch Bahrein wirft Irans Diplomaten aus dem Land

  • Aktualisiert am

Die saudische Botschaft in Teheran steht in Flammen. Bild: Reuters

Nach Saudi-Arabien haben nun auch Bahrein und Sudan die diplomatischen Beziehungen zu Iran abgebrochen. Die Vereinigten Staaten warnen vor einer weiteren Eskalation der Lage.

          Im Streit um die Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen hat nach Saudi-Arabien am Montag auch Bahrein seine Beziehungen zu Iran abgebrochen. Alle iranischen Diplomaten müssten das Land binnen 48 Stunden verlassen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur BNA. Die Vereinigten Arabischen Emirate zogen ihren Botschafter aus Teheran ab. Nach der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen in Saudi-Arabien hatten im schiitisch geprägten Iran hunderte Menschen die saudiarabische Botschaft angegriffen und in Brand gesetzt.

          Die Regierung in Bahrein verurteilte die „feigen“ Angriffe auf Riads Botschaft in Teheran und das saudiarabische Konsulat in Maschhad. Sie warf Iran eine „gefährliche Einmischung“ in die internen Angelegenheiten der Staaten in der Region vor. Auch der Sudan brach seine diplomatischen Beziehungen zu Iran ab. Die Vereinigten Arabischen Emirate reduzierten unterdessen ihr diplomatisches Personal im Iran und zogen ihren Botschafter ab.

          Kampf gegen IS könnte beeinträchtigt werden

          Die Vereinigten Staaten hatten am Sonntag Saudi-Arabien und Iran noch dazu aufgerufen, Maßnahmen zur Beruhigung der Lage zu ergreifen. „Diplomatisches Engagement und direkte Gespräche“ seien „bei der Überwindung von Schwierigkeiten äußerst wichtig“, erklärte Außenamtssprecher John Kirby in Washington.

          Ein Sprecher der Obama-Regierung warnte am Sonntag nach Angaben der „Washington Post“, dass die abrupte Eskalation zwischen Saudi-Arabien und Iran auch den Kampf gegen den „Islamischen Staat“ in Syrien und im Irak wesentlich beeinträchtigen könnte. Beide Seiten wurden aufgefordert, einen Schritt zurück zu treten.

          Vor dem  Abbruch der diplomatischen Beziehungen hatten die Vereinigten Staaten gehofft, dass selbst eine begrenzte Kooperation zwischen den beiden Mächten helfen könnte, die Konflikte in Syrien und im Jemen zu beenden und die Lage im Irak, Bahrain und Libanon zu entspannen. Stattdessen stehe nun zu befürchten, dass sich die Situation weiter verschärft und die Instabilität in der Region zunimmt. Der saudisch-iranische Bruch verheiße nichts Gutes für internationale Friedensbemühungen, die auf die Kompromissbereitschaft beider Mächte angewiesen sind. Das schrieb die New York Times am Sonntag.

          Iran verschärft den Ton

          Iran verschärft gegenüber Saudi-Arabien indessen den Ton. Das Außenministerium in Teheran warf der Regierung in Riad am Montag vor, die Spannungen zwischen beiden Staaten bewusst anzuheizen. Hintergrund ist der Abbruch der diplomatischen Beziehungen durch die saudische Führung, nachdem Demonstranten am Sonntag die saudische Botschaft in Teheran erstürmt und Feuer gelegt hatten. Iran werde sich an seine internationalen Verpflichtungen zum Schutz diplomatischer Vertretungen halten, versicherte ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran am Montag. „Aber Saudi-Arabien, das bei Spannungen aufblüht, hat diesen Zwischenfall als Vorwand benutzt, um die Spannungen weiter anzuheizen“, sagte der Ministeriumssprecher.

          Eskalation im Osten Saudi-Arabiens

          Währenddessen ist bei einem Angriff auf Polizisten in der Heimatstadt des hingerichteten schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien nach Angaben der Beamten ein Zivilist erschossen worden. Zudem sei ein Kind verletzt worden, hieß es in einer Stellungnahme der Polizei vom Montag. Der Vorfall in dem Ort Al-Awamija bei der Stadt Katif im Osten des Landes habe sich ereignet, als sich die Beamten ein gestohlenes „schweres Fahrzeug“ wiederholen wollten, hieß es in der Stellungnahme. Nähere Informationen dazu gab es zunächst nicht.

          Katif ist eine Hochburg der Schiiten in dem sunnitischen Königreich. In den vergangenen Jahren gab es dort wiederholt Proteste gegen die Unterdrückung der schiitischen Minderheit. Die Hinrichtung des Geistlichen und Regime-Kritikers Nimr al-Nimr, die auch international für Proteste gesorgt hatte, dürfte auch die Stimmung im Osten des Landes angeheizt haben.

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