https://www.faz.net/-gq5-8l7za

Wegen Assads Einfluss : Hilfsorganisationen unterbrechen Arbeit mit der Uno

  • -Aktualisiert am

Uno und syrisch-arabischer Halbmond: Wie eng arbeiten sie mit dem Regime wirklich zusammen? Bild: dpa

Mehr als 70 Hilfsorganisationen wollen in Syrien vorerst nicht mehr mit den Vereinten Nationen zusammenarbeiten. Grund ist eine umstrittene Nähe zu Diktator Assad.

          1 Min.

          Mehr als 70 Hilfsorganisationen haben ihre Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen in Syrien ausgesetzt. In einem offenen Brief beklagen die Hilfsorganisationen, dass die syrische Regierung zu großen Einfluss auf die Arbeit der Uno nehme. Über das Schreiben hatte zunächst die britische Tageszeitung „The Guardian“ berichtet.

          Zu den Hilfsorganisationen gehört die „Syrian American Medical Society (Sams)“ und der „Syrische Zivilschutz“, die auch unter dem Namen „Weißhelme“ bekannt ist. Allein diese beiden Organisationen stehen für die humanitäre Versorgung von etwa sechs Millionen Syrer.

          Die Hilfsorganisationen äußern große Bedenken über die Strategie der Uno, wie Hilfe am besten in die belagerten Gebiete gebracht werden soll. Sie unterstellen den Uno-Strategen, dass sie mit dem Regime von Diktator Bashar al-Assad zu eng kooperieren würden und dadurch eine Partei im syrischen Bürgerkrieg bevorzugen würden. Die Vorwürfe des Hilfsorganisationen-Zusammenschluss' richtet sich auch gegen den „Syrisch-arabischen Roten Halbmond“ (Sarc), der eng mit der Uno zusammenarbeitet.

          Welchen Einfluss nimmt der syrische Präsident Assad auf das Hilfsgeld der UN?

          Angeblich haben Sarc und Uno Verträge mit dem Regime nahestehenden Geschäftsleuten in Millionenhöhe geschlossen, die auf Sanktionslisten der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union stehen. „Die syrische Regierung hat auf die Lieferung von humanitären Hilfsgütern in belagerte Gebiete Einfluss genommen. Dabei hat sie Hilfe blockiert und medizinische Hilfsgüter von Hilfskonvois beseitigen lassen“, heißt es im Brief der Hilfsorganisationen.

          Auf den offenen Brief hat mittlerweile Stephen O'Brian, Nothilfekoordinator der Uno, geantwortet. Er schreibt, dass die Vereinten Nationen darauf angewiesen seien, mit der syrischen Regierung zusammenzuarbeiten, um Hilfe in den belagerten Städten und Gebieten überhaupt anbieten zu können. „Die Unbefangenheit des humanitären Einsatzes der Uno ist elementar, um Leben zu retten. Und um das zu erreichen, müssen wir mit allen zusammenarbeiten“, schreibt O'Brian.

          Topmeldungen

          Kompromiss: Kramp-Karrenbauer, Merkel, Söder, Dreyer, Braun und Scholz nach der Einigung auf ein Klimapaket im September

          Zur Halbzeit : Union und SPD wollen Koalitionsvertrag erneuern

          Die Partner richten sich auf eine Fortsetzung des Bündnisses ein, sehen in ihrem Abkommen von 2018 aber keine Grundlage dafür. Deshalb wollen sie nach F.A.Z.-Informationen ein neues Programm aushandeln.
          Ort einer Tragödie: S-Bahnhof Frankenstadion in Nürnberg (Archivbild)

          Am S-Bahnsteig : Stoß mit tödlichem Ende

          Zwei Jugendliche sind in Nürnberg angeklagt, zwei Schüler ins Gleisbett geschubst zu haben. Die beiden Jungen hatten keine Chance: Den Angriff konnten sie nicht sehen – die Täter standen hinter ihnen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.