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Syrien : Armee schlägt IS-Kämpfer bei Palmyra zurück

  • -Aktualisiert am

Die antike Oasenstadt Palmyra gehört zum Weltkulturerbe. IS-Kämpfer lieferten sich in ihrer Nähe Gefechte mit regierungstreuen syrischen Einheiten. Bild: AFP

Syrische Regierungseinheiten haben die Kämpfer des „Islamischen Staates“ nahe der Weltkulturerbestätte Palmyra vertrieben. Bei den Gefechten sollen mehrere Dutzend Kämpfer getötet worden sein.

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          Syrischen Regierungseinheiten ist es am Sonntag gelungen, Kämpfer der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) aus dem Norden Tadmurs zu verdrängen. Die Dschihadisten hatten sich am Wochenende bis auf einen Kilometer der im Südwesten Tadmurs gelegenen römischen Antikenstadt Palmyra genähert, die von der Unesco 1980 zum Weltkulturerbe erklärt worden war. Der syrische Antiquitätenminister Mamun Abdulkarim sagte am Sonntag, dass die historischen Anlagen Palmyras unversehrt geblieben seien, was jedoch nicht heiße, „dass wir uns keine Sorgen machen müssen“.

          IS-Kämpfer hatten vergangene Woche eine Offensive auf die nordöstlich von Damaskus gelegene Oasenstadt gestartet. Nach der Zerstörung antiker Stätten in Nimrud und Hatra im Irak war befürchtet worden, dass ein weiteres Weltkulturerbe von den sunnitischen Dschihadisten vernichtet werden könnte. Gebannt ist die Gefahr noch nicht: Die Armee durchkämme den Norden Tadmurs weiter nach Bomben und Sprengfallen, sagte der Gouverneur der Provinz Homs, Talal Barazi, am Sonntag. 23 Soldaten der Armee Baschar al Assads sowie 29 IS-Kämpfer sollen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bei den Gefechten getötet worden sein.

          Unterdessen teilte der amerikanische Verteidigungsminister Ashton Carter mit, dass amerikanische Spezialeinheiten am Samstag Abu Sajjaf, den angeblich für den Verkauf von Öl und Gas verantwortlichen IS-Führer, im Osten Syriens getötet hätten. Insgesamt sollen bei der Operation „ungefähr ein Dutzend“ IS-Mitglieder erschossen worden sein; die Syrische Beobachtungsstelle geht von 32 Toten aus. Die Stellung Sajjafs innerhalb der IS-Hierarchie ist umstritten; Kenner der Organisation sagen, dass er lediglich den Status eines Buchhalters inne gehabt habe. Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats in Washington wies am Wochenende Vorwürfe zurück, die Operation sei mit den syrischen Behörden koordiniert gewesen. Es war der zweite bekannte Einsatz von amerikanischen Bodentruppen auf syrischem Territorium nach der gescheiterten Befreiung des später vom IS hingerichteten Journalisten James Foley im Sommer 2014.

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          Unser Autor: Thomas Holl

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