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Tödliche Messerattacken : Israel sperrt Jerusalemer Altstadt für Palästinenser

  • Aktualisiert am

Israelische Einsatzkräfte stehen neben der Leiche eines palästinensischen Attentäters. Bild: dpa

Zwei Palästinenser haben mitten in Jerusalems Altstadt zwei Israelis getötet und mehrere verletzt. Die Polizei schränkte daraufhin die Bewegungsfreiheit der palästinensischen Bewohner ein.

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          Nach den tödlichen Messerangriffen von Palästinensern auf Israelis in Jerusalem ist die Altstadt für zwei Tage für Palästinenser gesperrt worden. Nur Bewohner der Altstadt, Israelis, Touristen, dort ansässige Geschäftsleute und Schüler dürften sich in die Gegend begeben, teilte die israelische Polizei am Sonntag mit. Das Verbot betrifft damit einen Großteil der palästinensischen Einwohner des von Israel besetzten Ostteils Jerusalems.

          Zwei Palästinenser hatten in Jerusalem zuvor mit Messern Israelis angegriffen und zwei Menschen getötet. Bei dem ersten Angriff stach ein Palästinenser nach Angaben der Polizei in der Altstadt auf mehrere Mitglieder einer jüdischen Familie ein. Dann habe er dem verletzten Familienvater seine Waffe weggenommen und auf eine Gruppe von Touristen und Polizisten geschossen. Polizisten hätten daraufhin das Feuer auf den Palästinenser eröffnet und ihn tödlich verletzt. Kurz danach kam es zu einer weiteren Messerattacke durch einen Palästinenser, bei der ein 15 Jahre alter Israeli verletzt wurde. Auch in diesem Fall erschoss die Polizei den Täter.

          Hamas begrüßte Angriffe

          Stunden zuvor waren bei einer Razzia der israelischen Armee nach der Ermordung eines jüdischen Siedlerehepaars im Westjordanland zehn Palästinenser verletzt worden. Israels Präsident Reuven Rivlin erklärte, das Land befinde sich „im Kampf gegen den Terrorismus“.

          Seit Wochen ist die Lage rund um den Tempelberg in der Altstadt von Jerusalem angespannt, immer wieder gibt es dort Zusammenstöße zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei. Die radikal-islamische Hamas begrüßte die Messerangriffe als „klare Botschaft“ an Israel. Die Palästinenser seien bereit, bei der Verteidigung des Tempelbergs zu sterben. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte sich am Mittwoch bei einer Rede vor der UN-Vollversammlung von den Friedensverträgen mit Israel losgesagt.  

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          Der Tempelberg ist das wichtigste Heiligtum im Judentum und nach Mekka und Medina das drittwichtigste Heiligtum im Islam. Die Palästinenser befürchten, dass die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Status des Tempelbergs verändern will. Netanjahu bestreitet dies. Auch im Westjordanland ist die Lage derzeit angespannt, seit am Donnerstagabend ein jüdisches Siedlerpaar ermordet wurde. Am Samstag wurden bei einer Razzia der israelischen Armee zehn Palästinenser verletzt.

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