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Angriff auf syrische Schule : Eine endlose Kette von Greueln

Tödlicher Schulalltag: Ein zerbombtes Klassenzimmer im syrischen Dorf Haass. Bild: AFP

Auch Russland zeigt sich entsetzt über den Angriff auf eine syrische Schule, bei dem viele Kinder getötet wurden. Doch war Moskau daran wirklich unschuldig?

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          In New York reagierte selbst der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin entsetzt. Das sei grauenvoll, sagte er, und er hoffe, dass Russland damit nichts zu tun habe. Der russische Diplomat, der mit seinen Vetos im UN-Sicherheitsrat Resolutionen zu Fall gebracht hat, die das Leid der Zivilbevölkerung in Syrien hätten lindern sollen, fand aber diesen Angriff grauenvoll. Der Krieg in Syrien ist voller Greuel – Massaker und Massenhinrichtungen, Fassbomben und Folter. Und dennoch kommt es immer wieder noch schlimmer.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          So wie jetzt in der Kleinstadt Haass, die zwischen Aleppo und der Provinzhauptstadt Idlib liegt. Die Kinder der Schule hatten sich gegen Mittagszeit bereit gemacht, das Gebäude zu verlassen. Kampfflugzeuge überflogen die Stadt, feuerten auf einzelne Ziele. Die Kinder sollten sich in Sicherheit bringen. Dann aber wurden sie noch auf dem Schulhof getötet, als dort Raketen einschlugen. Mindestens 35 Menschen waren getötet worden, davon waren mindestens 22 Kinder.

          Der Krieg in Syrien dauert seit fünfeinhalb Jahren. Krankenhäuser und Ambulanzen wurden zerstört. Zudem wurden seit Anfang 2016 nach Angaben von Unicef in Syrien 38 Schulen angegriffen – sowohl Schulen auf dem Gebiet der Rebellen wie auf dem Gebiet des Regimes. Noch nie aber wurden bei einem Angriff auf eine Schule so viele Kinder getötet. Gezielte Angriffe auf die Zivilbevölkerung sind in diesem Krieg zu einer täglichen Waffe geworden. Das war selbst für den russischen UN-Botschafter zu viel.

          Mögliche Ausschließung Russlands aus UN-Menschenrechtsrat

          Möglicherweise wurde die Schule aber doch von einem russischen Flugzeug zerstört. Das behauptet zumindest der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdurrrahman, auf der Grundlage der Beobachtungen seiner Kontaktpersonen in Haass. Das staatliche Fernsehen in Damaskus ließ sich erst gar nicht auf solche Feinheiten ein. Es berichtete nur, dass Flugzeuge bei Angriffe auf die Stadt Haass „mehrere Terroristen“ getötet hätten, als deren Stellungen getroffen worden seien. Die Schule wurde mit keinem Wort erwähnt. Die humanitäre Selbsthilfeorganisation der Rebellen in Nordsyrien, die „Weißhelme“, beschrieben jedoch den Komplex genau. Drei Schulgebäude standen auf dem Gelände, sie wurden zerstört.

          Sollte es sich erhärten, dass ein russisches Kampfflugzeug die Schulkinder von Haass getötet hat, lieferte das den Menschenrechtsgruppen ein weiteres Argument, die am Montag – wie Human Rights Watch – gefordert hatten, Russland wegen des Kriegs in Syrien aus dem UN-Menschenrechtsrat in Genf auszuschließen. Wie Hohn klingen da die russischen Ankündigungen eines Moratoriums der Feuerpause für Aleppo, wenn diejenigen, die aus der Hölle im Osten Aleppos fliegen, auch außerhalb der Stadt keine Sicherheit finden können. Amnesty International hat jüngst aber auch auf zivile Opfer der Angriffe der Anti-IS-Koalition im Norden Syriens aufmerksam gemacht. So seien in den vergangenen zwei Jahren bei elf Luftschlägen etwa 300 Zivilisten getötet worden.

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