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Syrien : Amnesty wirft Assad Kriegsverbrechen vor

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Wie dieser Mann ist die Zivilbevölkerung in Aleppo dem Einsatz von Fassbomben hilflos ausgeliefert. Bild: AFP

Fassbomben sind eine brutale Art der Kriegsführung. Laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International werden sie in Syrien gezielt über Schulen und Krankenhäusern abgeworfen.

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          Fassbomben der syrischen Luftwaffe haben in der Provinz Aleppo seit Januar 2014 mehr als 3.000 Zivilisten getötet. Durch Angriffe mit Mörsern und improvisierten Raketen von Aufständischen starben im gleichen Zeitraum mindestens 600 Zivilisten. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Bericht „Death everywhere“ von Amnesty International hervor. Syriens Staatspräsident Baschar al Assad bestritt noch im Februar in einem Interview, dass seine Luftwaffe jemals Fassbomben eingesetzt habe.

          Allein im vergangenen Monat wurden laut Amnesty Angriffe mit wenigstens 85 Fassbomben in Aleppo registriert. Dabei seien mehr als 110 Zivilpersonen ums Leben gekommen. Insgesamt starben der Menschenrechtsorganisation zufolge in Syrien seit 2012 mehr als 11.000 Zivilisten durch diese Waffen.

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          Dem Bericht zufolge warfen Hubschrauber der syrischen Luftwaffe solche Fassbomben - mit Explosivstoffen und Metallteilen gefüllte Fässer - auch über Schulen, Krankenhäusern, Moscheen und belebten Märkten ab. Viele Schulen und Klinken seien daher in Bunker und Keller verlegt worden.

          Der Leiter der Nahost-Abteilung von Amnesty International, Philip Luther, sagte, die wiederholte Bombardierung von Wohngebieten durch das syrische Militär deute auf bewusste und systematische Angriffe auf Zivilisten hin; diese stellten auch als Strategie einer „kollektiven Bestrafung“ Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar.

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