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Amman : Jordanischer Polizist erschießt drei ausländische Ausbilder

Ausbildung für palästinensische und irakische Polizisten: Übung im „Jordan Police Training Centre“ in Muwaqqar Bild: AP

Nahe der Hauptstadt Amman hat ein jordanischer Polizist drei Ausbilder erschossen. Vor genau zehn Jahren kamen in Amman 50 Menschen bei Anschlägen ums Leben. Damals war es Al Qaida - heute könnte es ein IS-Sympathisant gewesen sein.

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          Ein jordanischer Polizist hat am Montag in Amman zwei amerikanische und einen südafrikanischen Ausbilder erschossen. Bei dem Vorfall in einem Ausbildungszentrum im Osten der jordanischen Hauptstadt habe der Angreifer zudem zwei weitere Amerikaner und vier Jordanier verletzt, bevor er getötet wurde, teilte ein Regierungssprecher nach Angaben der offiziellen Nachrichtenagentur Petra mit.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Der Angreifer wurde laut „Jordan Times“ von einem Verwandten identifiziert. Er soll ein 28 Jahre alter Vater von zwei Kindern gewesen sein und aus einem Dorf im Norden des Landes stammen. Schockierte Nachbarn beschrieben ihn als „religiös, aber moderat“.

          An dem von Amerika finanzierten und personell unterstützen „Jordan Police Training Centre“ in Muwaqqar werden vor allem palästinensische und irakische Sicherheitskräfte ausgebildet. In Jordanien fiel auf, dass der Polizist die ausländischen Ausbilder am zehnten Jahrestag der bisher verlustreichsten Serie von Terrorangriffen niederschoss: Am 9. November 2005 kamen bei drei Selbstmordanschlägen auf Hotels in Amman, die damals Al Qaida zugeschrieben wurden, mehr als 50 Menschen ums Leben.  

          Jordanien arbeitet traditionell eng mit westlichen Regierungen im Kampf gegen islamistische Terrorgruppen zusammen. Vor einem Jahr schloss sich das haschemitische Königreich der internationalen Militärkoalition an, die die Terrormiliz „Islamischer Staat“ bekämpft. Jordanien verstärkte im Februar seine Luftangriffe in Syrien, nachdem der IS ein jordanisches Kampfflugzeug abgeschossen und den Piloten Moaz Kasasbeh bei lebendigem Leib verbrannt hatte.

          Regierung warnt vor Schläferzellen in Jordanien

          Der IS hatte zunächst versucht, eine in Jordanien zum Tode verurteilte Terroristin freizupressen. Sadschida al Ridschawi war an einem der Anschläge im November 2005 beteiligt und wurde im Februar 2015 gehenkt. In Jordanien, wo nach UN-Angaben mehr als 600.000 Syrier Zuflucht gefunden haben, schlug die Terrormiliz aber bisher nicht zu.

          Doch die Regierung warnt schon seit längerer Zeit davor, dass sich terroristische „Schläferzellen“ im Land befinden und Terroristen immer wieder versuchten, die Grenzen zu überwinden. Deshalb wurden die Truppen an den Grenzen verstärkt, Sicherheitskräfte griffen immer härter gegen radikale Islamisten und Sympathisanten durch. Schon vor der Gründung des IS hatten sich hunderte Jordanier der islamistischen Nusra-Front angeschlossen. Zahlreiche Jordanier kämpfen dort bis heute im syrischen Bürgerkrieg gegen Präsident Baschar al Assad.

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