https://www.faz.net/-gq5-7u8pb

Luftangriffe in Syrien : Amerikaner bombardieren Hochburg der Dschihadisten

  • Aktualisiert am

Bei den Luftangriffen in Syrien haben die Vereinigten Staaten erstmals F-22 „Raptor“ Kampfflugzeuge wie dieses eingesetzt (undatiertes Archivfoto der amerikanischen Air Force). Bild: dpa

Die Vereinigten Staaten haben erstmals Stellungen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ in Syrien aus der Luft angegriffen. An dem Einsatz sollen auch vier arabische Länder beteiligt sein.

          Die Vereinigten Staaten haben mit Unterstützung von arabischen Verbündeten erstmals die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien angegriffen. Das amerikanische Militär und die Streitkräfte von Partnerländern hätten die Extremisten mit Kampfjets, Bombern und Tomahawk-Marschflugkörpern attackiert, teilte Pentagonsprecher John Kirby am Montagabend (Ortszeit) mit.

          Bei den Verbündeten handelt es sich um Jordanien, Bahrain, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar. Zuletzt hatte Amerikas Außenminister John Kerry versucht, Staaten im arabischen Raum für Angriffe gegen IS an Seite der Amerikaner zu gewinnen.

          Pentagonsprecher John Kirby

          Bewohner der Stadt Raqqa im Nordosten des Landes berichteten auf Twitter von schweren Explosionen und wiederholten Überflügen von Militärflugzeugen. Raqqa ist eine Hochburg der selbst ernannten Dschihadisten. Auch der Fernsehsender CNN berichtete, dass Ziele in Raqqa attackiert worden seien. Mit von See aus abgeschossenen Tomahawk-Marschflugkörpern habe der Angriff begonnen und sei dann mit Flugzeugen fortgesetzt worden, sagte ein ranghoher Angehöriger des Militärs dem Sender.

          Zur genauen Zahl und dem Ort der Angriffe machte das Pentagon dagegen keine Angaben. „Da es sich um laufende Operationen handelt, sind wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht in der Lage, weitere Details zu liefern.“ Das Pentagon werde zu einem späteren Zeitpunkt aber soweit angemessen mehr Informationen veröffentlichen.

          Syriens Regierung ist nach eigenen Angaben vor dem Beginn der Luftangriffe in ihrem Land von Washington informiert worden. Die Vereinigten Staaten hätten den syrischen UN-Botschafter vorab ins Bild gesetzt, erklärte das Außenministerium in Damaskus in einer vom Staatsfernsehen verbreiteten Stellungnahme.

          Die Vereinigten Staaten setzten bei den Angriffen erstmals F-22 „Raptor“ Kampfflugzeuge ein. Das sagte ein Sprecher des amerikanischen Verteidigungsministeriums am Montagabend (Ortszeit) dem Sender ABC. Der Jagdflieger hat Tarnkappeneigenschaften und war bislang nicht kampferprobt. Die F-22-Jets gelten als die teuersten und modernsten Jagdflugzeuge der amerikanischen Luftwaffe. Ein Flugzeug kostet etwa 189 Millionen Dollar (147 Millionen Euro).

          Der amerikanische Präsident Obama hatte seinen Entschluss, die Anfang August begonnenen Luftangriffe im Irak auf das benachbarte Syrien auszuweiten, vor zwei Wochen in einer Rede an die Nation verkündet. Erst am Montag griff das amerikanische Militär mit bemannten und unbemannten Flugzeugen IS-Stellungen an und zerstörte westlich von Kirkuk einen Panzer und drei Fahrzeuge.

          Anders als im Irak, wo sich die Vereinigten Staaten von der neuen Regierung politischen Rückhalt für ihre Militäroffensive erhoffen, befindet sich das benachbarte Syrien seit mehr als drei Jahren in einem blutigen Bürgerkrieg. Während das amerikanische Militär die „gemäßigten“ Rebellen nun auch ausbilden und mit Waffen ausrüsten soll, hat Obama eine Zusammenarbeit mit Präsident Baschar al-Assad ausgeschlossen. Doch da die Terrormiliz IS auch gegen Assads Truppen kämpft, dürften die nun begonnenen Angriffe der Vereinigten Staaten und der arabischen Verbündeten Assad ebenfalls zugutekommen.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.