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Syrien : Amerika: IS-Miliz hat Kampfjet nicht abgeschossen

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In den Händen des IS: Oberleutnant Mu’ath al-Kaseasbeh Bild: dpa

Die amerikanische Armee dementiert Berichte über den Abschuss eines jordanischen Kampfflugzeugs über Syrien. Unbestritten bleibt, dass der Pilot als Geisel in die Hände der Extremisten gefallen ist.

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          Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Angaben des amerikanischen Militärs keinen Kampfjet der von den Vereinigten Staaten geführten internationalen Koalition abgeschossen. Das amerikanische Zentralkommando (Centcom) räumte am Mittwoch jedoch ein, dass ein jordanisches Kampfflugzeug vom Typ F-16 abgestürzt und der Pilot von IS-Extremisten gefangen genommen worden sei. „Die Beweise besagen eindeutig, dass der IS das Flugzeug nicht abgeschossen hat, wie die Terrorgruppe behauptet“, heißt es in der Erklärung. Centcom-Kommandeur Lloyd Austin verurteilte die Gefangennahme.

          Der jordanische Pilot hat den Absturz über der nordsyrischen Stadt Rakka überlebt. Die Stadt wurde vom IS zu seiner Hauptstadt ernannt und ist eine Hochburg der Extremistenorganisation. Der IS erklärte, das Kampfflugzeug mit einer Abwehrrakete mit Hitzesuchsensoren abgeschossen zu haben. Die Miliz veröffentlichte im Kurzmitteilungsdienst Twitter ein Foto des Dienstausweises ihrer Geisel. Demnach handelt es sich bei dem jordanischen Piloten um den 26 Jahre alten Oberleutnant Mu’ath al-Kaseasbeh. Auch Fotos der von mehreren IS-Kämpfern umringten Geisel lud die Miliz im Internet hoch.

          In einer im Fernsehen verlesenen Erklärung des Königreichs Jordanien hieß es, das Land mache „die Gruppe (IS) und ihre Unterstützer dafür verantwortlich, dass das Leben des Piloten geschützt wird“. Regierungssprecher Mohammed al-Momani sagte zunächst, das Kampfflugzeug sei vom Boden aus mit einer Rakete abgeschossen worden. Ein Versuch, den Piloten zu retten, bevor er den IS-Kämpfern in die Hände fällt, sei gescheitert. Später sagte er der Nachrichtenagentur Reuters, neuere Bewertungen zeigten, dass ein Abschuss nicht sicher sei. „Wir haben anfangs gedacht, das Flugzeug könnte abgeschossen worden sein, das können wir jetzt aber nicht bestätigen.“

          Jordanien beteiligt sich neben den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Bahrain an den von den Vereinigten Staaten koordinierten Luftschlägen gegen den IS in Syrien. Die jordanischen Piloten hätten einen außergewöhnlich guten Einsatz gezeigt, heißt es in der Centcom-Erklärung. Die Vereinigten Staaten unterstützten die Bemühungen, den gefangen genommenen Piloten wohlbehalten zurückzuholen.

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