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Al-Qaida-Führer : Amerikanisches Justizministerium autorisierte Tötung Aulaqis

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Der Al-Qaida-Führer Anwar al Aulaqi in einer Videobotschaft 2010 Bild: AP

Die Tötung des Al-Qaida-Hasspredigers Aulaqi ist durch ein geheimes Memorandum des amerikanischen Justizministeriums erlaubt worden. Al Qaida bezichtigte sich unterdessen in einer Erklärung einer Reihe von Angriffen im Südjemen.

          Ein geheimes Memorandum des amerikanischen Justizministeriums hat nach einem Zeitungsbericht die Tötung des Al-Qaida-Hasspredigers Anwar al Aulaqi im Jemen erlaubt. Wie die „Washington Post“ online berichtet, sei das Dokument erstellt worden, nachdem die rechtlichen Bedenken geprüft worden seien.

          Es habe keinen Dissens über die Rechtmäßigkeit der Tötung des in den Vereinigten Staaten geborenen Predigers von einer Drohne gegeben, schrieb das Blatt unter Berufung auf amerikanische Beamte. In das Verfahren seien ranghohe Juristen aus der Regierung eingebunden gewesen.

          Aulaqi war einer der meistgesuchten Terroristen der Welt. Amerikas Präsident Barack Obama bezeichnete den Tod des 40 Jahre alten Jemeniten am Freitag als einen „weiteren bedeutenden Meilenstein“ in dem Bemühen, die Terror-Organisation zu besiegen. (Siehe auch: Jemen: Al-Qaida-Führer Aulaqi getötet)

          Fünf Monate nach der Tötung Usama Bin Ladins durch amerikanische Truppen in Pakistan wurde Aulaqi bei dem Beschuss durch eine ferngesteuerteamerikanischen Kampfdrohne getötet, wie ein amerikanische Militärsprecher dem Sender CNN sagte. Aulaqi gehörte zu den führenden Predigern des Terrornetzwerkes Al Qaida. Er soll viele Terroristen zu Anschlägen angestachelt haben.

          Der Extremist wurde 1971 als Sohn jemenitischer Eltern in den Vereinigten Staaten geboren, wo er auch studiert hat. Er besitzt die amerikanische Staatsbürgerschaft. In seinen Hasspredigten hatte Al-Awlaki mehrfach zur Tötung von Amerikanern aufgerufen. Die Vereinigten Staaten führten ihn bisher auf einer sogenannten schwarzen Liste von Terroristen, die „tot oder lebendig“ gefasst werden sollen und versuchten mehr als einmal erfolglos, ihn aufzuspüren und zu töten.

          Al Qaida bezichtigt sich

          Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) bezichtigte sich unterdessen in einer Erklärung einer Reihe von Angriffen im Südjemen im vergangenen Monat. Auf die gezielte Tötung Aulaqis ging das Netzwerk dabei nicht ein. Es übernahm die Verantwortung für einen Angriff auf das Hauptquartier der Sicherheitskräfte in Sindschibar, der Hauptstadt der Provinz Abjan, mit 130 Toten sowie für zwei Attacken am 11. und 12. September mit insgesamt zwölf getöteten Soldaten.

          Hunderte Kämpfer der Gruppe Partisanen der Scharia, die nach Angaben der jemenitischen Regierung mit Al Qaida verbündet sind, hatten Sindschibar Ende Mai eingenommen. Seitdem versucht die Armee, die Stadt wieder unter ihre Kontrolle zu bringen.

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