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Streit zwischen Dschihadisten : IS-Terroristen sind den  Taliban zu grausam

  • Aktualisiert am

Der IS versucht in Afghanistan die Einflusssphäre der Taliban zu übernehmen. Bild: dpa

Die afghanischen Taliban haben die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ als „ignorante Individuen“ bezeichnet. Diese hatten afghanische Gefangene in die Luft gesprengt. Solche Verbrechen hätten nichts mit dem Islam zu tun.

          Die radikalislamischen Taliban haben Videoaufnahmen der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS), auf denen mutmaßlich die Ermordung mehrerer afghanischer Gefangener zu sehen ist, als „entsetzlich“ verurteilt. Gefangene dürften niemals so behandelt werden. Diese und andere Verbrechen des IS würden unter dem Deckmantel des Islams begangen. Die Taliban erklärten, bei den Hingerichteten handle es sich um zivile Stammesälteste und Dorfbewohner, die „brutal“ von ihren Entführern getötet würden. Dieses Vergehen und „andere brutale Aktionen einiger unverantwortlicher ignoranter Individuen unter dem Deckmantel des Islams“ könnten nicht toleriert werden.

          Das mehr als vier Minuten lange Video war am Sonntag in dschihadistischen Internetforen aufgetaucht. Zu sehen sind mehrere gefesselte Menschen, denen zudem die Augen verbunden sind. Sie werden als „Abtrünnige“ bezeichnet, die Verbindungen zu den Taliban oder zur afghanischen Regierung hätten, und in die Luft gesprengt. Die Äußerungen in dem Video sind auf Arabisch und auf Paschtu, eine der Landessprachen in Afghanistan. Die Aufnahmen entstanden offensichtlich im Juni in Ostafghanistan.

          Das Video ist symbolisch für die zunehmende Rivalität zwischen dem IS und den Taliban, denen während ihrer Herrschaft in Afghanistan auch eine zutiefst brutale Führung vorgeworfen worden war. Zuletzt hatte es mehrere Übertritte von Taliban-Kämpfern zu der Dschihadistenmiliz gegeben. Nach dem offiziell verkündeten Tod von Taliban-Chef Mullah Omar verweigerten außerdem zahlreiche ranghohe Kämpfer seinem Nachfolger Akhtar Muhammad Mansour die Gefolgschaft.

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