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Ägypten : Toter nach Protesten gegen Freispruch Mubaraks

  • Aktualisiert am

Anti-Mubarak-Proteste nach der Einstellung des Verfahrens am Samstag in Kairo Bild: dpa

Tausende Demonstranten sind in Kairo gegen den Freispruch des früheren Präsidenten Husni Mubarak auf die Straße gegangen. Die Polizei setze Tränengas ein, um sie auseinanderzutreiben. Ein Mensch soll getötet worden sein.

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          Nach der Einstellung des Verfahrens gegen den ehemaligen ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak hat es am Samstag in Kairo Proteste gegen das Gerichtsurteil gegeben. Die Polizei setzte Tränengas ein, um mehr als tausend Demonstranten auseinanderzutreiben, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte dem amerikanischen Sender CNN, ein Mensch sei getötet und neun weitere seien verletzt worden.

          Die ägyptische Internetseite Al-Masry al-Youm berichtete am Samstagabend, Dutzende seien festgenommen worden. Sicherheitskräfte hätten die Mubarak-Gegner gejagt.

          Kairo : Proteste gegen Freispruch Mubaraks

          Zahlreiche Menschen versammelten sich an einem Zugang zum Tahrir-Platz im Stadtzentrum. In Sprechchören riefen sie: „Der Mörder freigesprochen, das Blut unserer Brüder nicht umsonst geflossen“ und „Das Volk fordert den Sturz des Regimes“.

          Der Tahrir-Platz war während des Aufstandes gegen Mubarak im Jahr 2011 das Zentrum der Proteste gegen dessen jahrzehntelange autokratische Herrschaft. Im Februar desselben Jahres führten sie zu seinem Sturz. Während der 18 Tage langen Revolte des „Arabischen Frühlings“ töteten Armee und Polizei fast 850 Menschen.

          Mubarak wurde in einem neu aufgerollten Prozess vom Vorwurf der Beihilfe zum hundertfachen Mord bei der Niederschlagung der Massenproteste von 2011 entlastet. Ein weiteres Verfahren gegen den Angeklagten wegen Korruption und Amtsmissbrauchs stellte der Richter ebenfalls ein.

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