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Ägypten : Schlägerbanden greifen Demonstration in Kairo an

  • Aktualisiert am

Auschreitungen im Stadtteil Abbasiya Bild: dapd

Bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften, bewaffneten Schlägern und Aktivisten sind in Kairo am Wochenende beinahe 300 Menschen verletzt worden. Oppositionspolitiker El Baradei ruft Militär und Regierung auf, auf Gewalt zu verzichten.

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          Bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften, bewaffneten Schlägern und Aktivisten sind in Kairo am Wochenende nach offiziellen Angaben mindestens 296 Menschen verletzt worden. Im Stadtteil Abbasiya wurden am Samstag Demonstranten mit Messern bedroht sowie mit Steinen und Benzinbomben beworfen. Sie waren eingekeilt zwischen dem Hauptquartier der Armee, Soldaten und Schlägern, die im Dienst des gestürzten Mubarak-Regimes ihr Unwesen treiben. Zwei Demonstranten wurden von Schlägerbanden entführt, 143 Menschen wurden verletzt.

          Der Marsch war friedlich verlaufen, bis Schläger in zivil, die aus Seitengassen strömten und von den Dächern herab Steine warfen, die Demonstranten angriffen. Sicherheitskräfte setzten zudem gegen die Demonstranten Tränengas ein. Militärpolizisten öffneten Demonstranten jedoch eine Moschee, um sich in Sicherheit zu bringen.

          Zuvor waren am Jahrestag des Sturzes der Monarchie durch das Militär im Jahr 1952 etwa 20.000 Demonstranten vom Tahrir-Platz zum Verteidigungsministerium und zum Sitz des Hohen Militärrats im Stadtteil Abbasiya gezogen. Sie skandierten „Nieder mit der Militärherrschaft“. Zu dem Marsch hatten 28 Gruppen aufgerufen, um vom Militärrat einen Zeitplan für die Übergabe der Macht zu fordern. Schon am Freitagabend waren Tausende Demonstranten vom Tahrir-Platz, wo sie seit dem 8. Juli einen Sitzstreik veranstalten, nach Abbasiya marschiert. Die Demonstrationen hatten sich daran entzündet, dass zehn Polizisten, die der Tötung von Demonstranten zu Beginn der Revolution beschuldigt werden, wieder auf freien Fuß gesetzt worden sind.

          Soldaten keilten auch friedliche Demonstranten ein

          Hohe Militärrat: „Bewegung spaltet Einheit von Volk und Militär“

          Der Oppositionspolitiker Muhammad El Baradei rief Militär und Regierung auf, gegenüber friedlichen Demonstranten auf Gewalt zu verzichten. Er kritisierte den Hohen Militärrat, dass er den Demonstranten häufig drohe.

          Der Hohe Militärrat hatte die „Bewegung des 6. April“, die den Kern der Aktivisten bildet, beschuldigt, für die Zusammenstöße am Freitagabend verantwortlich zu sein. Die Bewegung spalte „die Einheit von Volk und Militär“, verbreitete der Hohe Militärrat in seiner „Erklärung Nummer 70“.

          Als Folge der Erklärung schlossen sich am Samstag jedoch mehr Aktivistengruppen den Protesten an. Der Vorsitzende des Hohen Militärrats, Feldmarschall Hussein Tantawi, versuchte am Samstag, wieder eine Brücke zu den Aktivisten zu schlagen. Er bezeichnete sie als „ein großes Produkt des ägyptischen Bodens“, er würdigte ihren Patriotismus und ihren Einsatz für den Fortschritt.

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