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Ägypten : Mursi: Amerika muss gegen Film vorgehen

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„Wir sind gegen jede Handlung, mit der der Islam und der Prophet Muhammad beleidigt werden soll“: Mursi in Brüssel Bild: REUTERS

Ägyptens Präsident Mursi hat die Angriffe auf amerikanische Einrichtungen kritisiert. Gleichzeitig forderte er Amerika auf, gegen den islamkritischen Film vorzugehen, der die Proteste hervorrief.

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          Der ägyptische Präsident Muhammad Mursi hat die Vereinigten Staaten zu „ernsthaften Schritten“ gegen einen islamfeindlichen Film aufgefordert, der für weltweite Proteste in der islamischen Welt sorgt. Zugleich verurteilte er am Donnerstag in Brüssel Angriffe von Demonstranten auf amerikanische Vertretungen in Kairo und der libyschen Hafenstadt Bengasi.

          „Wir sind gegen jede Handlung, mit der der Islam und der Prophet Mohammed beleidigt werden soll und wir sind gegen die Beleidigung jeder Religion“, sagte Mursi nach einem Gespräch mit dem EU-Ratsvorsitzenden Herman Van Rompuy. „Das gefährdet die Beziehungen zwischen den Völkern der Welt, das nehmen wir unter keinen Umständen hin.“

          Mursi teilte mit, er habe am Mittwoch mit dem amerikanischen Präsident Barack Obama telefoniert. „Wir erwarten, dass die amerikanische Regierung ernsthafte Schritte unternimmt, um das (die Beleidigungen, Anm. der Red.) zu beenden, weil das ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ein Verbrechen gegen die Muslime ist.“ Schon zuvor hatte er über den Film gesagt: „In Ägypten und überall in der arabischen Welt gibt es Wut über das, was geschehen ist.“

          „Zugleich sagen wir aber deutlich, dass dies nicht als Rechtfertigung für Angriffe auf Konsulate oder Botschaften dienen kann und dass dies keine Rechtfertigung für die Tötung unschuldiger Menschen ist. Wir sind dagegen und verurteilen das.“ Mursi versicherte, der ägyptische Staat sei für den Schutz der Diplomaten verantwortlich und werde auch mit amerikanischen Stellen zusammenarbeiten, „damit sich solche Ereignisse künftig nicht wiederholen“.

          Mursi: Bin für wirkliche Demokratie

          Der Film, in dem der Prophet Mohammed als Mörder, Kinderschänder und Frauenheld dargestellt wird, hatte zu gewalttätigen Demonstrationen gegen amerikanische Vertretungen in Kairo und Bengasi geführt. In Benghasi wurden vier amerikanische Diplomaten getötet.

          Van Rompuy verurteilte die Ausschreitungen scharf: „Solche Angriffe können durch nichts gerechtfertigt werden.“ Ähnlich äußerte sich auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso: „Es kann keine Rechtfertigung für diese Gewalt geben.“ Außerdem sagte er: „Die Freiheit der Meinungsäußerung darf nicht mit einer Freiheit zum Hass verwechselt werden.“

          Mursi versicherte der Europäischen Union, Ägypten halte an seinem Weg zu einer wirklichen Demokratie fest. Die Rechtsstaatlichkeit werden allen Bürgern - auch den Nicht-Muslimen - die gleichen Rechte zubilligen: „Es werden keine Unterschiede zwischen ihnen gemacht. Alle Rechte sind gleich, alle Pflichten sind gleich. Muslime und Christen sind auf Augenhöhe.“

          Barroso teilte mit, die EU sei zu Finanzhilfe in Höhe von knapp einer Milliarde Euro bereit. Dabei handelt sich um 450 Millionen Euro bis 2013 vor allem für die Ausbildung junger Leute sowie um eine Zahlungsbilanzhilfe von Höhe von 500 Millionen Euro. Die EU sei auch bereit, mit Ägypten über ein tiefgehendes Freihandelsabkommen zu verhandeln.

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