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Ägypten : Mubarak-Prozess soll in Kairo stattfinden

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Der Prozess gegen ihn könnte im letzten Moment platzen: Husni Mubarak, hier ein Archivbild Bild: dpa

Der ehemalige ägyptische Präsident soll ab dem 3. August in Kairo vor Gericht gestellt werden. Der 83 Jahre alte Mubarak befindet sich derzeit in Scharm el Scheich unter Arrest. Angeblich verweigert er seit Tagen die Nahrungsaufnahme.

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          Der Prozess gegen den ehemaligen ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak wegen tödlicher Gewalt gegen Demonstranten soll am 3. August in Kairo beginnen. Für das Strafverfahren werde ein großes Gebäude in der Vorstadt Nasr-City vorbereitet, sagte Justizminister Mohammed Abdel Asis al Gindi am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Mubarak war am 11. Februar nach landesweiten Massenprotesten abgetreten. Der 83-Jährige befindet sich derzeit in einer Luxusklinik in Scharm el Scheich unter Arrest.

          Bis zur Ankündigung Al Gindis war nicht klar, wo der Prozess stattfinden würde. Zunächst hatte es geheißen, er könnte im Sinai-Badeort Scharm el Scheich über die Bühne gehen. Im Krankenhaus wird Mubarak wegen Herzproblemen behandelt, lautet die offizielle Darstellung. Zuletzt hatte sich sein Gesundheitszustand weiter verschlechtert, wie ägyptische Medien berichteten. Grund dafür sei, dass sich Mubarak seit Tagen weigere, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Beobachter schließen nicht aus, dass sein Prozess deshalb im letzten Moment platzen könnte.

          Bei den Kundgebungen, die zum Sturz Mubaraks führten, wurden bei den Auseinandersetzungen mit Polizei, Geheimdienst und vom Regime bezahlten Schlägertrupps hunderte Demonstranten getötet. Zusammen mit Mubarak sollen deshalb am 3. August auch der frühere Innenminister Habib al-Adli und sechs ehemalige leitende Mitarbeiter aus dessen Ministerium vor dem Richter erscheinen. Wegen Korruption und Amtsmissbrauchs angeklagt sind außerdem Mubaraks Söhne Gamal und Alaa.

          Militärregierung: Ausland schürt jüngste Unruhen

          Unterdessen haben Ägyptens Militärmachthaber ausländische Gruppen für die jüngsten Unruhen in Kairo mitverantwortlich gemacht. Die Menschen würden ohne ihr Wissen von Ausländern zu unverantwortlichem Verhalten angestiftet, sagte der Chef des regierenden Militärrats, Feldmarschall Mohamed Hussein Tantawi, am Mittwoch vor Offizieren. Diese Gruppen „wollen keine Stabilität für Ägypten.“

          Am Wochenende waren bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Tausenden Demonstranten und ihren Gegnern Dutzende Menschen verletzt worden. Vielen Gegnern des gestürzten Präsidenten Husni Mubarak geht die Demokratisierung des Landes nicht schnell genug voran. Tantawi sagte, die Armee sei entschlossen, die Macht an Zivilisten abzugeben. Er sicherte freie und faire Wahlen zu.

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