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Ägypten : Angeklagt wegen Bibelverbrennung

  • -Aktualisiert am

Mit dem Konterfei Usama Bin Ladins: Protest in Kairo vor zwei Wochen Bild: dpa

Die ägyptische Staatsanwaltschaft hat zwei Islamisten der Blasphemie angeklagt. Sie sollen öffentlich eine Bibel verbrannt haben.

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          In Kairo hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei Islamisten wegen Blasphemie erhoben. Das Verfahren werde am Sonntag beginnen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Mena. Der Islamist Abu Islam Ahmed Abdallah soll während der Proteste gegen die amerikanische Botschaft vor zwei Wochen in Kairo eine Bibel verbrannt haben. Er ist Besitzer des islamistischen Fernsehsenders Al Umma TV; sein Sohn Abu Jussif, der der Verbreitung religiösen Hasses beschuldigt wird, arbeitet in einem von Abu Islam geleiteten islamistischen Zentrum.

          Abu Islam war dabei gefilmt worden, wie er während der Proteste gegen den islamfeindlichen Film „Unschuld der Muslime“ eine Bibel in englischer Sprache verbrannte. Anwälte reichten deshalb Klage gegen den Mann ein. Ein auf der Internetplattform Youtube abrufbarer Film zeigt, wie Abu Islam sein Vorgehen in Zusammenhang stellt mit der Verbrennung des Korans durch den amerikanischen Prediger Terry Jones. Ein weiteres Video zeigt Abu Islam auf dem Weg nach Hause, wo er ankündigt, das nächste Mal auf die Bibel urinieren zu wollen, sollten die Beleidigungen gegen den Islam anhalten.

          Immer mehr Verfahren

          An der Produktion des in den Vereinigten Staaten hergestellten Films „Unschuld der Muslime“ sollen ägyptische Kopten beteiligt gewesen sein. Die Generalstaatsanwaltschaft hat deshalb Haftbefehle gegen sieben in Amerika lebende christliche Ägypter ausgestellt. Mitte September war zudem ein ägyptischer Kopte in Kairo verhaftet worden, weil er den Film angeblich auf seiner Facebook-Seite hochgeladen hatte. Ihm drohen wegen religiöser Beleidigung bis zu fünf Jahre Haft.

          Der Anwalt wirft der Justiz vor, seinen Mandanten in Untersuchungshaft gefoltert zu haben. Während der politische Aktivist seit fast zwei Wochen ohne Beweise in Untersuchungshaft sitzt, blieben Abu Islam und sein Sohn nach einem Gespräch mit der Staatsanwaltschaft auf freiem Fuß, berichteten ägyptische Medien. Menschenrechtsorganisationen kritisieren, dass seit dem Amtsantritt des aus der islamistischen Muslimbruderschaft stammenden Präsidenten Muhammad Mursi die Verfahren wegen religiöser Beleidigung zugenommen hätten. Diese richteten sich stärker gegen Schiiten und Christen als gegen Sunniten.

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