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18 Türken in Bagdad entführt : Rache des IS für Bombardierung durch Ankara?

  • -Aktualisiert am

Die 18 in Bagdad entführten Türken waren beim Bau dieses Fußball-Stadions im Stadtteil Sadr City beschäftigt. Bild: AFP

Es könnte die Vergeltung für türkische Luftangriffe auf Stellungen der Terrormiliz IS sein: In Bagdad sind 18 türkische Mitarbeiter einer Baufirma von maskierten Kämpfern entführt worden.

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          In Bagdad sind am Mittwoch 18 Türken von bewaffneten Angreifern entführt worden. Die Angestellten einer Baufirma seien am Mittwochmorgen verschleppt worden, sagte der stellvertretende türkische Ministerpräsident Numan Kurtulmus. Nach Angaben des Außenministeriums in Ankara handelt es sich um 14 Arbeiter, drei Ingenieure und einen Buchhalter des Baukonzerns Nurol, der im nördlichen Stadtteil Sadr City ein Fußballstadion errichtet.

          „Wir stehen im engen Kontakt mit dem irakischen Innenministerium“, sagte Kurtulmus. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte, die türkischen Geiseln seien gezielt ausgesucht worden. Die Angestellten seien von Arbeitern mit anderen Nationalitäten getrennt worden.

          Ein Vertreter der Firma Nurol sagte, es seien noch keine Lösegeldforderungen eingegangen. Aus irakischen Sicherheitskreisen hieß es, die Geiseln seien von schwarzgekleideten maskierten Männern in Pickup-Wagen verschleppt worden.

          Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu der Tat. Im Juni vergangenen Jahres hatten Kämpfer der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) das türkische Konsulat im nordirakischen Mossul gestürmt.

          Die Extremisten hatten dabei 47 Türken und drei irakische Mitarbeiter der Vertretung in ihre Gewalt gebracht; der IS hatte die Geiseln gut drei Monate später freigelassen. Nach unbestätigten Medienberichten war es damals zu einem Gefangenenaustausch gekommen.

          Der Regierung in Ankara wurde lange vorgeworfen, die Terrormiliz IS, die Teile der syrischen Grenze zur Türkei kontrolliert, nicht zu bekämpfen oder sie sogar heimlich zu unterstützen. Nach einem dem IS zugeschriebenen Anschlag im südtürkischen Suruc am 20. Juli hatte die türkische Luftwaffe erstmals Angriffe auf die Terrormiliz in Syrien geflogen. Vergangene Woche flog die türkische Luftwaffe erstmals Angriffe im Rahmen des internationalen Bündnisses gegen den IS.

          In türkischen Onlineportalen wurde am Mittwoch der Verdacht geäußert, der IS könnte die Geiseln aus Rache für Bombardierungen durch die türkische Luftwaffe genommen haben.

          Im August hatte die Gruppe ein Video veröffentlicht, in dem Präsident Recep Tayyip Erdogan beschuldigt wurde, die Türkei „an die Kreuzfahrer zu verkaufen“ und amerikanischen Truppen Zugang zu türkischen Luftwaffenstützpunkten zu erlauben, nur „um seinen Posten zu behalten“.

          Der stellvertretende Regierungschef Kurtulmus sagte am Mittwoch zudem, dass weiter jede Spur von einem türkischen Soldaten fehle, der am Dienstag an einem syrisch-türkischen Grenzübergang verschwand, der auf syrischer Seite vom IS kontrolliert wird.

          Die Identität der Entführer blieb auch am Mittwochnachmittag ungeklärt. Entführungen zur Erpressung von Lösegeld sind seit Jahren ein weitverbreitetes Problem in Bagdad und anderen irakischen Städten.

          Das Stadtviertel Sadr City ist eine Hochburg schiitischer Milizen, weshalb auch ein politisches Motiv nicht ausgeschlossen wurde. Die Milizen kämpfen an vorderster Front gegen die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS). 

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