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Naher Osten : Putin an Arafats Grab

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Eine palästinensische Ehrengarde begrüßt Putin und Abbas Bild: AP

Zum Ende seiner Nahost-Reise besucht der russische Präsident die Palästinenser. Unstimmigkeiten gab es zuvor mit Israel über eine angebliche Einladung zu einer Nahost-Konferenz in Moskau und über die geplante Lieferung von Panzerwagen an die Palästinenser.

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          Der russische Präsident Wladimir Putin ist zum Abschluß seines Nahostbesuchs am Freitag mit der Palästinenserführung in Ramallah zusammengetroffen.

          Bei seiner Ankunft am Sitz der Palästinenserführung wurde er von Präsident Mahmud Abbas empfangen. Am Grab des langjährigen Palästinenserführers Jassir Arafat legte Putin einen Kranz nieder.

          Streit um 50 Panzerwagen für Palästinenser

          Am Vortag war der russische Präsident bei einem historischen Besuch in Israel mit großen Ehren empfangen worden. Allerdings hatten seine Gesprächspartner die Waffengeschäfte Rußlands mit Syrien kritisiert. Auch der geplante Verkauf von 50 gepanzerten Fahrzeugen an die Palästinenser stieß auf Ablehnung.

          Israel kündigte Widerstand gegen jegliche russischen Pläne zum Verkauf von Rüstungsgütern an die Palästinenser an. Die Zeitung „Jediot Achronot“ berichtete, Israel würde die Lieferung der Militärfahrzeuge in die Palästinensergebiete nicht zulassen. Das israelische Außenministerium betonte aber am Freitag, dies sei Angelegenheit der Palästinenser und nicht Israels.

          Zusammenarbeit im „Kampf gegen den Terrorismus“

          Rußland und Israel vereinbarten am Vortag, im Kampf gegen den Terrorismus enger zusammenzuarbeiten. Putin und der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon beschlossen am Donnerstag in Jerusalem unter anderem einen schnellen Informationsaustausch zwischen beiden Ländern, wie der öffentliche israelische Rundfunk berichtete. Die Informationen sollten die jeweils andere Seite zeitnah über terroristische Bedrohungen in Kenntnis setzen. Genauere Angaben wurden nicht gemacht.

          Es ist der erste Besuch eines russischen Präsidenten in Israel und den Palästinensergebieten. Putin erhofft sich davon eine Stärkung des russischen Einflusses in der Region.

          Umstimmigkeiten über Putins Einladung zu Nahost-Konferenz

          Unstimmigkeiten gab es über einen Vorschlag Putins zu einer Nahost-Kongferenz in Moskau, den er in Ägypten gemacht hatte. Putin hatte am Vortag während seines Besuches in Kairo am Mittwoch eine internationale Konferenz vorgeschlagen „unter Beteiligung aller betroffenen Staaten und des Quartetts". Nach ablehnenden Reaktionen aus Amerika und Israel ist er am Donnerstag von seinem Vorschlag einer Nahost-Konferenz wieder abgerückt.

          Präsident Wladimir Putin sei mit seiner Idee einer internationalen Konferenz im Herbst in Moskau mißverstanden worden, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow. Putin habe lediglich ein Treffen von Experten gemeint und nicht ein Gipfeltreffen. Die Expertengespräche sollten „auf hoher Ebene und im Zusammenhang mit einer Fortsetzung des israelisch-palästinensischen Friedensprozesses“ stattfinden, sagte Lawrow weiter. „Daran ist doch nichts Ungewöhnliches.“

          Amerika: „Die Zeit dafür ist noch nicht reif“

          Rußland ist selbst Teil des so genannten Nahost-Quartetts, das in dem Konflikt vermittelt. Die übrigen Vertreter sind die Vereinigten Staaten, die Vereinten Nationen (UN) und die Europäische Union (EU). Der israelische Vize-Ministerpräsident Ehud Olmert sagte hingegen am Donnerstag einem Fernsehsender, Putin habe den Vorschlag während seines Gespräches mit Ministerpräsident Ariel Scharon nicht erwähnt. Die Vereinigten Staaten hatten erklärt, die Zeit sei für eine internationale Konferenz noch nicht reif.

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