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Naher Osten : Kommission soll Ursache von Arafats Tod klären

  • Aktualisiert am

Arafats Beisetzung in Ramallah Bild: dpa/dpaweb

Der französische Außenminister Barnier weigert sich noch immer, Arafats Krankenakte herauszugeben. Nun hat die palästinensische Führung eine Untersuchungskommission eingesetzt, die die genaue Todesursache klären soll.

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          Die palästinensische Führung hat eine Untersuchungskommission eingesetzt, die die genaue Todesursache von Präsident Jassir Arafat klären soll. Der palästinensische Gesundheitsminister Dschawad Tibi werde als Vorsitzender des Komitees nach Frankreich reisen, sagte Übergangspräsident Rauhi Fattuh am Mittwoch in Ramallah.

          Tibi werde von Ärzten und palästinensischen Richtern beraten. Viele Palästinenser haben den Verdacht geäußert, Arafat sei vergiftet worden. Trotz wachsenden Drucks will die französische Regierung der neuen Palästinenserführung keine Informationen über die Todesursache Arafats geben.

          Barnier lehnt Übergabe der Krankenakte ab

          Die Regierung in Paris dementierte indirekt Mutmaßungen, Arafat sei vergiftet worden. „Wenn den Ärzten die geringsten Bedenken gekommen wären, hätten sie die Justiz eingeschaltet“ und die Bestattung nicht genehmigt, sagte Regierungssprecher Jean-François Copé in Paris.

          Zuvor hatte der französische Außenminister Barnier die Übergabe der Krankenakte des palästinensischen Präsidenten an seine Nachfolger in Ramallah abgelehnt. „Arafats Krankenakte wird entsprechend der Gesetze und Verordnungen übergeben werden, und zwar an jene, die das Recht darauf haben, an die Familie“, sagte Barnier. Zuvor hatte der palästinensische Ministerpräsident Qurei offiziell in Paris die Akte erbeten.

          Arafats genaue Todesursache bleibt weiter ungeklärt. Es habe sich aber nicht um eine Vergiftung gehandelt, teilte das Militärkrankenhaus in Percy bei Paris mit, in dem Arafat behandelt worden war.

          Hamas und Dschihad: Waffenruhe mit Israel

          Der PLO-Vorsitzende Abbas hat am Dienstag unterdessen weiter versucht, die verschiedenen palästinensischen Gruppen im Gaza-Streifen auf einen gemeinsamen Kurs festzulegen. Dabei gelang es ihm offenbar, die Islamisten von Hamas und Dschihad auf eine Waffenruhe gegenüber Israel bis zu den Wahlen Anfang Januar festzulegen. Diese beiden Gruppen wollen nicht an den Autonomieratswahlen teilnehmen. Über eine Beteiligung an den Kommunalwahlen wird offenbar noch beraten.

          Derweilen stellte sich der frühere Sicherheitschef von Gaza, Dahlan, hinter Abbas als einzigen Fatah-Kandidaten für das Präsidentenamt. Dahlan will nicht selbst kandidieren. Das könnte Abbas eine große Hilfe sein, denn Dahlan gilt als charismatischer Führer mit einer großen Hausmacht im Gaza-Streifen. Dahlan nannte Abbas eine „Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft“.

          Der von Israel besonders gesuchte Terrorist in Dschenin, der dortige Führer der Arafat-Brigaden, Zubeidi, will Abbas ebenfalls unterstützen, vorausgesetzt, dieser stehe zu den „unabänderlichen palästinensischen Forderungen“. Dazu zählte der junge Bandenführer einen Staat in den Grenzen von 1967, Jerusalem als Hauptstadt, die Freilassung aller Häftlinge und das Recht der Flüchtlinge auf Rückkehr.

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