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Naher Osten : Israel weist Beteiligung am Anschlag auf Hizbullah-Militärchef zurück

  • Aktualisiert am

Emad Maghanija, Gründungsmitglied der radikalen Islamisten-Bewegung und ein enger Verbündeter Teherans, war am Dienstag in Damaskus bei einem Sprengstoffanschlag getötet worden. Israels Ministerpräsident Olmert weist „den Versuch von Terrorelementen“ zurück, seinem Land „irgendeine Beteiligung an diesem Vorfall zu unterstellen“.

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          In Damaskus ist der Hizbullah-Führer Imad Maghanija in der Nacht zum Mittwoch bei der Explosion einer Autobombe getötet worden. Die schiitische Organisation bestätigte seinen Tod und bezichtigte am Mittwoch Israel der Tat. Ein Hizbullah-Sprecher in Beirut sagte, man behalte sich das Recht auf Vergeltung vor. Nach Presseberichten wollte Maghanija in der syrischen Hauptstadt den iranischen Außenminister Mottaki treffen. Nach Maghanija, der zu den Gründern der Hizbullah zählte, hatten amerikanische und israelische Geheimdienste sowie Interpol gefahndet. Der Geheimdienst FBI hatte eine Belohnung von 25 Millionen Dollar auf seine Ergreifung ausgesetzt. In den neunziger Jahren hatte der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad offenbar vergeblich versucht, ihn in Südbeirut zu ermorden.

          Der 1962 im Südlibanon geborene ehemalige Leibwächter von PLO-Chef Jassir Arafat, der sich angeblich mehreren Gesichtsoperationen unterzogen hatte, wurde mit einer Reihe verlustreicher Terroraktionen in Verbindung gebracht - zuletzt angeblich auch mit der Entführung israelischer Soldaten, nach der im vorletzten Sommer der Krieg zwischen Israel und der Hizbullah begann. 1983 soll er eine Rolle bei dem Attentat auf den Stützpunkt der amerikanischen Marineinfanterie in Beirut gespielt haben; mehr als 300 Menschen kamen damals um. Auch an zwei Anschlägen auf die amerikanische Botschaft in der libanesischen Hauptstadt soll er mitgewirkt haben. 1985 war er an der 17 Tage dauernden Entführung eines amerikanischen Passagierflugzeugs beteiligt. Er soll auch die Anschläge auf die israelische Botschaft in Buenos Aires, bei der 1992 29 Menschen getötet wurden, und auf das jüdische Gemeindezentrum 1994 mit 95 Toten mitgeplant haben.

          In Jerusalem wies das Büro von Ministerpräsident Olmert am Mittwoch Vorwürfe zurück, Israel habe mit dem Attentat in Damaskus zu tun gehabt. Der frühere Mossad-Chef Jatom sprach von einer „großen Erfolg für die freie Welt in ihrem Kampf gegen Terror“. Der Getötete sei „einer der gefährlichsten und grausamsten Terroristen aller Zeiten“ gewesen. Sein Tod sei ein „schwerer Schlag“ gegen die Hizbullah. Die Hamas verurteilte den Anschlag. Zur Beerdigung Maghanijas an diesem Donnerstag in Beirut wird nach Agenturmeldungen auch der iranische Botschafter erwartet. Am selben Tag wird in Beirut auch des Mordes am früheren Ministerpräsidenten Hariri vor drei Jahren gedacht.

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