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Naher Osten : Der Papst beginnt seine Pilgerfahrt

  • -Aktualisiert am

Gelandet: Benedikt XVI. mit König Abdullah in Amman Bild: REUTERS

Papst Benedikt XVI. ist zum Auftakt seiner Nahost-Reise in Jordanien angekommen. Nach seiner Ankunft wollte er zunächst eine katholische Wohlfahrtseinrichtung besuchen, später dann dem jordanischen Königspaar seine Ehre erweisen.

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          Benedikt XVI. hat am Freitag in der jordanischen Hauptstadt Amman seine „Pilgerfahrt ins Heilige Land“ begonnen. Es ist die zwölfte Reise des Papstes ins nicht-italienische Ausland seit seinem Amtsantritt im April 2005.

          Benedikt hatte sich in der vergangenen Woche als „Pilger des Friedens und der Versöhnung“ bezeichnet. Die Reise nach Jordanien, Israel und in die palästinensischen Autonomiegebiete gilt angesichts der politischen Situation im Nahen Osten und der religiösen Dimension der dortigen Konflikte als seine schwierigste Reise.

          Papst würdigt Rolle Jordaniens

          Zudem erscheint die aktuelle politische Lage in Israel nach dem Krieg im Gazastreifen und der Bildung der neuen rechtsgerichteten Regierung unter dem Likud-Vorsitzenden Netanjahu für einen Besuch des Souveräns des Heiligen Stuhls nicht besonders günstig. Dennoch habe, so hieß es im Vatikan, Israel auf dem offiziellen Besuch bestanden, offenbar, um sein internationales Image zu verbessern.

          Über den Wolken: Benedikt XVI. im Flugzeug nach Amman

          Der Papst will, wie er sagte, die „heiligen Stätten des christlichen Glaubens“ aufsuchen und die „Christen stärken, die sich im Nahen Osten in nicht geringen Schwierigkeiten befinden“. Die katholische Kirche sei zwar keine politische Macht, sagte der Papst. Er, Benedikt, hoffe aber, dass sie als spirituelle Kraft zu Frieden zwischen Israel und den Palästinensern beitragen könne.

          Bei seiner Ankunft auf dem Flughafen von Amman würdigte Benedikt die Rolle Jordaniens und des seit zehn Jahren regierenden Königs Abdullahs in dem Bemühungen um einen Frieden in der Region, um „eine gerechte Lösung des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern“. Dass Christen in Jordanien ihren Glauben in der Öffentlichkeit ausüben und die Gemeinden Kirchen bauen dürften, wisse er, Benedikt, zu schätzen, sagte der Papst.

          Zahl islamischer und jüdischer Kritiker wächst

          Der Besuch in Jordanien gebe ihm weiter „die Gelegenheit, meinen tiefen Respekt vor der muslimischen Gemeinschaft auszudrücken“. Jordanien und die Königsfamilie würden zudem ein bedeutende Rolle im interreligiösen Dialog spielen und mit verschiedenen Initiativen - etwa dem Brief der 138 muslimischen Autoritäten an Benedikt XVI. vom Oktober 2008 - das Gespräch zwischen Katholiken und Muslimen voranbringen.

          Nach Presseberichten wuchs die Zahl von islamischen und jüdischen Geistlichen, die dem Papst als Oberhaupt der katholischen Kirche nicht begegnen wollen. Sie verwiesen auf verschiedene Differenzen mit der katholischen Kirche und deren päpstlicher Führung.

          Königspaar am Flughafen

          In Amman wurde als besonderes Zeichen der Wertschätzung für den Gast herausgestellt, dass König Abdullah und Königin Rania den Papst am Flughafen empfingen und ihn dort am Montag vor dem Flug nach Israel auch verabschieden wollen. Der jordanische König rief zu einem globalen Dialog in Verständnis und Harmonie auf. Er erinnerte an die gemeinsamen Wurzeln der monotheistischen Religionen und hob die Bedeutung des Glaubens für Verständigung und Frieden hervor.

          An diesem Samstag will Benedikt mit führenden Muslimen in der Al-Hussein-Moschee zusammentreffen und eine programmatische Rede über die Weiterführung des Dialogs zwischen Christen und Muslimen halten.

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