https://www.faz.net/-gpf-pkip

Naher Osten : Begrabt ihn in Jerusalem

  • -Aktualisiert am

Arafats Anhänger fordern eine Ruhestätte in Jerusalem Bild: AP

Der Publizist Rafael Seligmann plädiert dafür, Arafat in Jerusalem zu bestatten; das sei „Voraussetzung einer Versöhnung“ zwischen Israelis und Palästinensern.

          Jassir Arafat muß in Jerusalem beerdigt werden - in Reichweite von Theodor Herzl, dem Begründer des politischen Zionismus, also des Staates Israel. Denn Arafat ist der Vater der palästinensischen Nation.

          Arafat war ein Terrorist. Er hat Blut vergossen: jüdisches, viel mehr noch palästinensisches. Doch anders als Yomo Kenyatta und Nelson Mandela, die nach dem Untergrund allein auf die politische Karte setzten, brachte es Arafat nicht fertig, der Gewalt unwiderruflich abzuschwören und Staatsmann zu werden. Mit der Rolle des Diplomaten und Politikers hat er nur kokettiert.

          Friedlicher Ausgleich ist notwendig

          Napoleon hatte durch seine Eroberungskriege Hunderttausende auf dem Gewissen. Nach seiner endgültigen Niederlage verbannten ihn die Engländer 1815 auf die Insel St. Helena, wo er sechs Jahre später starb und begraben wurde. Knapp zwanzig Jahre darauf sahen sich die Briten gezwungen, die Überführung der sterblichen Reste des Eroberers nach Paris zu erlauben, wo er bis heute im Invalidendom ruht. Die Engländer hatten begriffen, daß eine bleibende Aussöhnung mit Frankreich ohne eine Ehrung des französischen Kaisers unmöglich war.

          Diese Klugheit ist heute von Jerusalem gefordert. Israelis und Palästinenser leben auf dem gleichen Landstrich. Gewalt, das sollten beide Seiten begriffen haben, bringt keine Lösung. Also ist ein friedlicher Ausgleich notwendig. Dafür wiederum braucht man Arafat als Symbolfigur der Palästinenser und Jerusalem als deren Hauptstadt. Eine würdige Ruhestätte für Arafat in der allen heiligen Metropole ist die Voraussetzung einer Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern. Zumindest nach seinem Tod sollte Arafat ausschließlich dem Frieden dienen, indem er eine Grabstätte in Jerusalem erhält.

          Weitere Themen

          Unruhen nach Festnahmen von Nationalgardisten Video-Seite öffnen

          Venezuela : Unruhen nach Festnahmen von Nationalgardisten

          In Caracas kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften, nachdem Mitglieder der Nationalgarde Waffen gestohlen und eine Meuterei versucht hätten, so Angaben der Regierung. Seit Monaten kommt es zu Protesten gegen die Regierung.

          Topmeldungen

          Unser Sprinter-Autor: Felix Hooß

          FAZ.NET-Sprinter : Polizisten in der AfD

          Die Diskussion um die Kandidatur von fünf Polizisten für die AfD-Thüringen nimmt Fahrt auf. Und eine neue Allensbach-Studie zeigt: Der Höhenflug der Grünen beschränkt sich auf Westdeutschland. Was außerdem wichtig wird, steht im FAZ.NET-Sprinter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.