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Nach Nagornyj-Karabach-Krieg : Armenien braucht internationalen Beistand

Recep Tayyip Erdogan (links), Staatspräsident der Türkei, und Ilham Alijew, Präsident von Aserbaidschan, nehmen an einer Kranzniederlegung teil. Bild: dpa

Armenien hat zu der militärischen Eskalation beigetragen. Doch es braucht nun Unterstützung. Andernfalls ist die Aussicht auf einen dauerhaften Frieden im Südkaukasus gefährdet.

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          Armenien hat im Konflikt um Nagornyj Karabach keine weiße Weste. Die Vertreibung Hunderttausender Aserbaidschaner während des ersten Kriegs um jenes Gebiet Anfang der neunziger Jahre war ein Verbrechen. Mit der dauerhaften Weigerung, den Vertriebenen eine ernsthafte Hoffnung auf Rückkehr in ihre Heimat zu geben, hat Armenien zu der militärischen Eskalation beigetragen, aus der es im Herbst als Verlierer hervorgegangen ist. Aber angesichts des Auftretens des aserbaidschanischen Regimes braucht Eriwan nun politisch internationalen Beistand, sonst werden die Aussichten auf einen dauerhaften Frieden im Südkaukasus noch geringer, als sie es angesichts des vielen vergossenen Blutes ohnehin sind.

          Im besten Fall ist es nur großsprecherischer Triumphalismus, dass Aserbaidschans Diktator Ilham Alijew während der Siegesparade in Baku behauptet hat, Armeniens Hauptstadt Eriwan sei „unser historisches Land“. Verlassen darf sich der Rest der Welt darauf angesichts von Aserbaidschans militärischer Überlegenheit nicht – zumal Alijews engster Verbündeter, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, bei derselben Veranstaltung ankündigte, der Kampf sei nicht vorbei, und gleich noch einen der Hauptverantwortlichen für den Völkermord an den Armeniern 1915 als Helden pries. Dass Erdogan bei einer solchen Gelegenheit solche Töne spuckt, sollte auch die EU bei ihren Beschlüssen zum türkisch-zyprischen Konflikt berücksichtigen.

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