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Nagornyj Karabach : Armenien bittet Russland um Hilfe

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In Stepanakert: Einheimische vor den Trümmern eines Hauses, das Mitte Oktober bei Angriffen der aserbaidschanischen Artillerie zerstört wurde Bild: dpa

Der armenische Regierungschef Paschinjan hat den russischen Präsidenten Putin offiziell um Hilfe im Konflikt im die Südkaukasus gebeten. Gespräche über eine neue Feuerpause waren am Freitag gescheitert.

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          Im Konflikt um die Südkaukasus-Region Nagornyj Karabach hat der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan den russischen Präsidenten Wladimir Putin offiziell um Hilfe gebeten. Paschinjan habe Putin um den Beginn „dringender Konsultation“ gebeten, teilte das Außenministerium in Eriwan am Samstag mit. Dabei solle über „Art und Umfang der Hilfe“ gesprochen werden, „die die Russische Föderation Armenien zur Verfügung stellen kann, um seine Sicherheit zu gewährleisten“.

          Nagornyj Karabach hatte während des Zerfalls der Sowjetunion einseitig seine Unabhängigkeit erklärt. Darauf folgte in den neunziger Jahren ein Krieg mit 30.000 Toten. Die selbsternannte Republik wird bis heute international nicht anerkannt und gilt völkerrechtlich als Teil Aserbaidschans. Sie wird aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt.

          Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die umstrittene Kaukasus-Region war Ende September wieder voll entbrannt. Seit Beginn der Kämpfe wurden nach offiziellen Angaben beider Konfliktparteien mehr als 1200 Menschen getötet. Tatsächlich dürfte die Zahl der Toten aber deutlich höher liegen. Putin hatte vergangene Woche von fast 5000 Toten durch die Gefechte gesprochen.

          Stellvertreterkrieg zwischen Russland und der Türkei

          Beobachter fürchten, dass sich der Konflikt zu einem Stellvertreterkrieg zwischen Russland und der Türkei im Kaukasus ausweiten könnte. Die Türkei unterstützt in dem Konflikt das Nachbarland Aserbaidschan. Russland unterhält gute Beziehungen zu beiden Seiten, gilt aber als militärische Schutzmacht Armeniens.

          Versuche der internationalen Gemeinschaft, eine dauerhafte Waffenruhe zu erreichen, scheiterten bislang. Eine von Russland, Frankreich und den Vereinigten Staaten vermittelte Feuerpause scheiterte bereits kurz nach ihrem Inkrafttreten am Montag.

          Bei Gesprächen in Genf konnten sich Armenien und Aserbaidschan am Freitag nicht auf eine neue Feuerpause einigen. Der armenische Außenminister Sohrab Mnatsakanjan und sein aserbaidschanischer Kollege Jeyhun Bayramow einigten sich nach Angaben der Vermittler aber darauf, nicht mehr gezielt Zivilisten anzugreifen. Auch über die Bergung von Toten und einen möglichen Gefangenenaustausch wurde den Angaben zufolge gesprochen.

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