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Nach Wahl-Boykott : Ouattara wieder zum Präsidenten der Elfenbeinküste gewählt

  • Aktualisiert am

Präsident Alassane Ouattara bei einem Wahlkampfauftritt am vergangenen Donnerstag in Abidjan Bild: AP

Nach blutigen Protesten und Boykottaufrufen der Opposition ist in der Elfenbeinküste Präsident Ouattara im Amt bestätigt worden. Mindestens 30 Menschen waren bei Demonstrationen gegen ihn getötet worden.

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          Der Präsident der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, ist laut offiziellem Ergebnis mit mehr als 94 Prozent der Stimmen für eine dritte Amtszeit wiedergewählt worden. Wie die Wahlkommission des westafrikanischen Landes am Dienstag mitteilte, entfielen bei der Wahl am Samstag 94,27 Prozent der Stimmen auf den 78 Jahre alten Amtsinhaber. Die Abstimmung war von Protesten und Boykottaufrufen begleitet worden, bei denen mindestens 30 Menschen getötet wurden.

          „Präsident Alassane Ouattara ist gewählt worden“, sagte der Präsident der Wahlkommission, Ibrahime Coulibaly-Kuibiert, am frühen Morgen. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 53,9 Prozent. Ouattara sicherte sich damit eine umstrittene dritte Amtszeit. Gegen seine abermalige Kandidatur hatte es seit Wochen gewaltsame Proteste gegeben. Die Opposition boykottierte die Abstimmung.

          Am Wahltag waren mehr als 35.000 Polizisten und andere Sicherheitskräfte im Einsatz. Dennoch kam es zu zahlreichen Zwischenfällen: In Brobo nahe der zweitgrößten Stadt Bouaké wurden laut Wahlkommission Wahlunterlagen angezündet. Auch in Daoukro, der Hochburg von Oppositionskandidat Henri Konan Bédié, fehlten Stimmzettel. Jugendliche Demonstranten errichteten Barrikaden.

          Ouattara hatte noch im März gesagt, dass er keine dritte Amtszeit anstrebe. Er vollzog dann eine Kehrtwende, nachdem sein Favorit für seine Nachfolge, Ministerpräsident Amadou Gon Coulibaly, im Juli gestorben war.

          In der Verfassung der Elfenbeinküste sind maximal zwei Amtszeiten für den Präsidenten vorgesehen. Dennoch erlaubte das Verfassungsgericht Ouattara die neue Kandidatur. Die umstrittene Begründung lautete, dass nach einer Verfassungsänderung im Jahr 2016 die Zählung der Amtszeiten neu begonnen habe.

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