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Nach Urteil in London : Mexiko bietet Julian Assange Asyl an

  • Aktualisiert am

Julian Assange 2017 auf dem Balkon der Botschaft in Ecuador Bild: dpa

Nachdem ein Gericht in London die Auslieferung des Wikileaks-Gründers an Amerika abgelehnt hatte, bietet Mexiko seine Hilfe an. Dabei beruft sich das Land auch auf seine Tradition, politisch Verfolgten Schutz zu bieten.

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          Mexiko will dem Wikileaks-Gründer Julian Assange politisches Asyl bieten. Er werde Außenminister Marcelo Ebrard anweisen, einen entsprechenden Antrag bei den Behörden Großbritanniens zu stellen, erklärte Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador am Montag in seiner täglichen Pressekonferenz. Er verwies auf Mexikos Tradition, politisch Verfolgten Schutz zu bieten. Das nordamerikanische Land sorge aber auch dafür, dass diese sich nicht in die Angelegenheiten anderer Staaten einmischten.

          Ein Gericht in London hatte eine Auslieferung von Assange an Amerika am Montag abgelehnt. Die Richterin begründete dies mit dem psychischen Gesundheitszustand Assanges und den Haftbedingungen, die ihn in den Vereinigten Staaten erwarten würden. Die Justiz wirft dem gebürtigen Australier vor, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material von Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen und veröffentlicht zu haben. Der 49-Jährige habe damit das Leben von Informanten in Gefahr gebracht. Seine Unterstützer sehen in ihm einen investigativen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht gebracht hat.

          Die Vereinigten Staaten haben verärgert auf die Ablehnung ihres Auslieferungsgesuchs für den Wikileaks-Gründer reagiert. Die Regierung sei „extrem enttäuscht“ über die Entscheidung des Gerichts in London, teilte das Justizministerium in Washington am Montag mit. „Wir werden uns weiter um die Auslieferung von Herrn Assange an die Vereinigten Staaten bemühen.“

          López Obrador nannte das Urteil einen „Triumph der Justiz“. Er sei für eine Begnadigung von Assange. Der mexikanische Staats- und Regierungschef ist ein Linkspopulist und Nationalist, hat sich bisher mit dem scheidenden Präsidenten Donald Trump allerdings gut verstanden hat. Mexiko war in der Vergangenheit immer wieder ein Zufluchtsort für Linke. So kamen etwa Spanier während des dortigen Bürgerkriegs, unter ihnen der Filmregisseur Luis Buñuel, und Südamerikaner während der Militärdiktaturen der 1970er Jahre. Zuletzt ging Ende 2019 Boliviens ehemaliger Präsident Evo Morales nach seinem erzwungenem Rücktritt für rund einen Monat ins mexikanische Exil.

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