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Nach Überfall auf Gasförderanlage : Algerien will keine Soldaten nach Mali schicken

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Nach der Geiselbefreiung: Zerstörte Fahrzeuge vor der Gasförderanlage In Amenas Bild: AP

Algerien will auch nach der Geiselnahme der Islamisten auf eigenem Gebiet keine eigenen Truppen nach Mali schicken. Die Regierung in Algier versprach indes, die eigene Grenze stärker zu sichern.

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          Der algerische Ministerpräsident Abdelmalek Sellal hat am Montag die Zahl der bei dem Geiseldrama getöteten ausländischen Geiseln mit 37 angegeben. Außerdem seien bei dem Militäreinsatz zur Befreiung der Geiseln 29 Extremisten getötet worden, sagte Sellal auf einer Pressekonferenz in Algier. Nach Berichten vom Sonntag wurden bei dem Geiseldrama insgesamt mindestens 80 Personen getötet. Der Überfall auf die Gasförderanlage in der Nähe des ostalgerischen In Aménas wurde nach Angaben Sellals von einem internationalen Terrorkommando geführt, das aus dem Norden Malis gekommen sei. Zuvor hatte es Berichte gegeben, nach denen die Extremisten aus Libyen oder Niger gekommen seien.

          Sellal bekräftigte, seine Regierung werde „nicht einen Soldaten“ nach Mali entsenden. Er machte zugleich deutlich, dass sein Land darauf achten werde, seine Grenzen zu schützen. Die algerischen Grenzen im Süden des Landes gelten allerdings als durchlässig. Es hatte scharfe Kritik gegeben an der Staatsführung gegeben, nachdem bekannt geworden war, dass diese den französischen Einsatz in Mali mit der Gewährung von Überflugrechten unterstützt hatte. Nach Einschätzung französischer Fachleute hat Algerien seine Grenze bislang mehr oder weniger offen gelassen und damit den Dschihadisten erlaubt, sich mit Treibstoff zu versorgen. Demnach wird es schwierig, die Grenze gänzlich abzuriegeln.

          Der algerische Ministerpräsident sagte, an dem Terrorkommando, das das Gasfeld überfallen hatte, seien „32 Terroristen“ aus sechs Ländern beteiligt gewesen. Die Täter stammten aus Algerien, Tunesien, Ägypten, Mauretanien, Mali und Kanada. Drei Geiselnehmer seien festgenommen worden. Ein Sprecher der Terroristenbrigade „Die mit dem Blut unterzeichnen“, die sich zu der Tat bekannt hatte, hatte zuvor der arabischen Zeitung „Al Sharq al Awsat“ gesagt, es seien 40 Kämpfer an der Aktion beteiligt gewesen.

          Kritik an Bewertung Hollandes

          Die positive Bewertung des algerischen Krisenmanagements durch den französischen Präsidenten François Hollande stößt derweil auf Kritik in den Reihen der rechtsbürgerlichen Opposition. Der Ausgang des Geiseldramas zeuge nicht vom Erfolg, sondern vom Scheitern des algerischen Vorgehens, sagte der UMP-Abgeordnete Axel Poniatowski. Der frühere Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses bezeichnete die lobenden Worte Hollandes für den Einsatz der algerischen Spezialeinheiten als „schockierend“ angesichts der hohen Zahl der Toten. Hollande hatte am Wochenende gesagt, „die algerischen Sicherheitskräfte haben der Lage angemessene Mittel eingesetzt“.

          In Mali rückten unterdessen französische und malische Truppen in die Städte Diabali und Drouentza ein. In Diabali waren zahlreiche verkohlte Pritschenwagen zu sehen. Wie Einwohner dieser Zeitung vor Ort berichteten, hatten Kampfhubschrauber drei Nächte lang Angriffe geflogen; die Extremisten hätten sich unter großen Verlusten zurückziehen müssen. Es habe kaum zivile Opfer gegeben. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton plant nach Angaben eines Sprechers ein internationales Minister-Treffen zu Mali, das am 5. Februar in Brüssel stattfinden könnte. Es solle gemeinsam mit den Ländern der Westafrikanischen Wirtschaftsunion (Ecowas) sowie den Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union organisiert werden.

          Auch die französische Kriegsführung in Mali stößt zunehmend auf Kritik der Opposition. Am Montag forderte der UMP-Vorsitzende Jean-François Copé, Präsident Hollande müsse endlich seine Kriegsziele „eindeutig“ offenlegen. „Wollen wir die Teilung Malis überwinden? Oder kämpfen wir nur gegen den internationalen Terrorismus?“, fragte Copé. Es sei höchste Zeit, dass die Franzosen über die wahren Ziele des Feldzuges auf afrikanischem Boden informiert würden. Die Einsatzleitung Hollandes vermittle bislang den Eindruck größter Improvisation. Copé reagierte damit auch auf Äußerungen des sozialistischen Verteidigungsministers Jean-Yves Le Drian, der Koordinierungsschwierigkeiten mit der malischen Armeeführung andeutete.

          So hatte die malische Seite wiederholt Erfolgsmeldungen verbreitet, die vom französischen Verteidigungsminister dementiert wurden. Erst am Montag etwa sei die Kontrolle über Diabali zurückerlangt worden, sagte Le Drian. Die malische Armeeführung hatte sich schon zuvor einen Sieg gegen die Islamisten in Diabali zugeschrieben, ähnlich wie zuvor in Konna. Der frühere Europaminister Laurent Wauquiez (UMP) prangerte in einem Gespräch mit „Le Monde“ die „schlechte Vorbereitung“ und „Improvisation“ der Staatsführung an. „Frankreich ist in Mali interveniert, ohne zuvor ein Bündnis aufzubauen. Der Kontrast mit der Vorbereitung der französischen Intervention ist Libyen im März 2011 ist frappierend“, so Wauquiez.

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