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Nach türkischen Luftangriffen : Kurden-Präsident ruft PKK zum Verlassen des Iraks auf

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PKK-Kämpfer begutachten einen Krater, den eine türkische Bombe gerissen haben soll. Bild: AFP

Die Regierung der autonomen Kurdenregion im Irak appelliert an die PKK, den Norden des Landes zu verlassen. Die Kämpfer sollten „das Schlachtfeld fernhalten, damit keine Zivilisten Opfer dieses Krieges werden.“

          Vor dem Hintergrund der türkischen Luftangriffe auf Stellungen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hat der Präsident der autonomen Kurdenregion im Irak, Massud Barsani, die PKK aufgefordert, das Gebiet im Nordirak zu verlassen. „Die PKK muss das Schlachtfeld von der irakischen Region Kurdistan fernhalten, damit keine Zivilisten Opfer dieses Krieges werden“, forderte Barsani am Samstag laut einer Mitteilung seines Büros.

          Die Türkei hatte vor gut einer Woche zunächst begonnen, Stellungen der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien zu bombardieren. Zugleich griff sie nach dem Anschlag auf zwei türkische Polizisten auch Stützpunkte der verbotenen PKK im Nordirak an, die gegen den IS kämpft.

          Auch am Samstagmorgen flog die türkische Luftwaffe Angriffe im Nordirak. Dabei seien mindestens acht Zivilisten getötet worden, berichteten Anwohner der Deutschen Presse-Agentur. Zudem seien sieben Menschen bei dem Bombardement kurz vor Sonnenaufgang verletzt worden. Die der PKK nahestehende Nachrichtenagentur Firat veröffentlichte Fotos von Opfern des Angriffs in den Kandil-Bergen. Die Echtheit der Aufnahmen konnte nicht überprüft werden.

          Der Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland, Ali Ertan Toprak, wandte sich am Samstag in einem offenen Brief an die Nato. Er bezeichnete das türkische Bombardement im Nordirak als „Massaker an der kurdischen Zivilbevölkerung“. Toprak forderte die Nato, deren Mitglied die Türkei ist, auf, die Luftangriffe sofort zu beenden.

          Unterdessen warf auch die in Syrien aktive kurdische Gruppe YPG der Türkei am Samstag vor, sie angegriffen zu haben. Mindestens viermal seien ihre Stellungen beschossen worden. Zugleich forderte die YPG die Vereinigten Staaten auf, ihre Position zur Türkei zu klären. Im Kampf gegen den IS kooperiert die YPG mit den Vereinigten Staaten, die die Kurden mit Luftangriffen unterstützen.

          Die Äußerungen sind ein Zeichen der verstärkten Spannungen, die es seit dem Eintritt der Türkei in den Kampf gegen den IS gibt. In der vergangenen Woche öffnete die türkische Armee ihre Flugplätze für Einsätze der amerikanischen Luftwaffe in Syrien. Außerdem griff die Türkei selbst IS-Stellungen in Syrien an. Gleichzeitig attackierte sie aber auch die verbotene Kurdische Arbeiterpartei (PKK) im Nordirak, mit der sie Friedensverhandlungen geführt hatte. Die Vereinigten Staaten unterstützen dieses Vorgehen. In Europa wurde die Türkei dafür kritisiert.

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          Die YPG teilte mit, sie habe mit der Gewalt zwischen der Türkei und der PKK nichts zu tun. „Trotzdem sind unsere Einheiten im Visier des türkischen Militärs“, hieß es in einer im Internet verbreiteten Erklärung. Die Türkei hatte mitgeteilt, die YPG sei nicht Ziel ihrer Militäraktion. Sie scheint aber zu befürchten, dass militärische Erfolge der YPG auch der PKK Auftrieb geben könnten.

          Insgesamt wurden durch die seit einer Woche anhaltenden Luftangriffen der türkischen Streitkräfte auf Stellungen der PKK im Nordirak nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu etwa 260 Kämpfer getötet und Hunderte weitere verletzt worden. Unter den Verletzten sei auch Nurettin Demirtas, der Bruder des Vorsitzenden der türkischen Kurdenpartei HDP, Selahattin Demirtas, berichtete Anadolu am Samstag ohne Angaben von Quellen. Die türkische Regierung weigert sich derzeit, Angaben zu den Opfern ihrer Luftangriffe zu machen.

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