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Nach Tod von Jeffrey Epstein : Unregelmäßigkeiten bei Überwachung

  • -Aktualisiert am

Bild: AFP

Bei der Aufarbeitung des Todes von Jeffrey Epstein rücken zwei Vollzugsbeamte in den Fokus der Ermittlungen. Sie sollen ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.

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          Nach dem Tod des Millionärs und Sexualstraftäters Jeffrey Epstein in einer New Yorker Gefängniszelle berichten amerikanische Medien über Unregelmäßigkeiten bei der Überwachung des Sechsundsechzigjährigen. Zwei Vollzugsbeamte, die Epstein alle 30 Minuten kontrollieren sollten, verbrachten die Stunden vor Epsteins Tod angeblich schlafend. Um das Versäumnis zu vertuschen, sollen sie die Protokolle der Nachtschicht manipuliert haben. Beide wurden am Dienstag vom Dienst suspendiert. Auch der Chef des Metropolitan Correctional Center, Lamine N’Diaye, wurde unerwartet versetzt. Wie das Justizministerium mitteilte, ordnete der amerikanische Justizminister William Barr die Versetzung persönlich an.

          Barr war schon kurz nach Epsteins Suizid am Samstagmorgen auf „schwerwiegende Unregelmäßigkeiten“ in dem Bundesgefängnis in Manhattan gestoßen. Wie am Dienstag bekanntwurde, drang die Nachricht von Epsteins Tod vorzeitig an die Öffentlichkeit. Auf der Internetseite 4chan teilte ein unbekannter Nutzer 40 Minuten vor der ersten Meldung des Senders ABC mit, der wegen Sexhandels angeklagte Geschäftsmann sei erhängt in der Zelle entdeckt worden. Die New Yorker Polizei, die Epstein in ein Krankenhaus gebracht hatte, kündigte darum Untersuchungen in den eigenen Reihen an.

          Der Vermögensverwalter war am 6. Juli auf einem Flughafen in New Jersey verhaftet worden. Die Bundesstaatsanwaltschaft warf ihm vor, minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und als vermeintliche Sexsklavinnen an Bekannte „verliehen“ zu haben. Epstein war schon 2008 wegen sexueller Übergriffe auf eine Dreizehnjährige verurteilt worden. Der Fall erregte auch wegen der Prominenz früherer Weggefährten Aufsehen. Der amerikanische Präsident Donald Trump, sein Vorgänger Bill Clinton und der Anwalt Alan Dershowitz gehörten ebenso zu Epsteins Bekannten wie Kevin Spacey und Woody Allen. Ein mutmaßliches Opfer warf dem New Yorker zudem vor, sie als Minderjährige zu sexuellen Kontakten mit dem britischen Prinzen Andrew gezwungen zu haben.

          Justizminister Barr teilte inzwischen mit, auch Epsteins mögliche Komplizen zu verfolgen. Das Gesetz zu minderjährigen Missbrauchsopfern des Bundesstaats New York, das im Februar unterzeichnet wurde und am Mittwoch in Kraft trat, hebt für die nächsten zwölf Monate die Verjährungsfristen für Kindesmissbrauch auf. Jennifer Araoz, die angeblich als Fünfzehnjährige von Epstein vergewaltigt wurde, kündigte daraufhin eine Klage nach der sogenannten Child Victims Act an.

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